
Sylvia Plath
Sylvia Plath (1932-1963) ist nicht nur eine bedeutende amerikanische Dichterin des zwanzigsten Jahrhunderts, sondern auch eine der größten Dichterinnen der Nachkriegszeit, die einen herausragenden Platz in der modernen Poesie einnimmt. Der Tod ihres Vaters im Jahr 1940 beeinflusste ihr Leben und ihre Dichtung zutiefst. Sie wuchs in einer städtischen Umgebung mit einer autoritären Mutter auf. Während ihres Studiums am Smith College zeichnete sie sich aus. Ihre Ablehnung durch die Harvard University führte sie in eine tiefe Depression und zu ihrem ersten Selbstmordversuch. 1956, während sie mit einem Stipendium in Cambridge studierte, lernte sie Ted Hughes kennen, einen damals noch unbekannten englischen Dichter. Sie heirateten und zogen 1957 in die Vereinigten Staaten, um zu unterrichten. Ende 1959 kehrten sie nach London zurück. Im April 1960 wurde ihre Tochter Frieda geboren, und im Oktober wurde ihre erste Gedichtsammlung "The Colossus" veröffentlicht. Sie kauften ein Haus in Devon, wo im Januar 1962 ihr zweites Kind, Nicholas, geboren wurde. Im Oktober verließ Hughes sie, um mit seiner Geliebten zusammenzuleben. Plath war dann auf ihre Familie angewiesen. Zu Weihnachten zog sie mit ihren Kindern in ein Haus in London. Am 11. Februar 1963 beging sie Selbstmord, indem sie das Gas in ihrer Küche anlässt. Ihre verbleibenden Gedichte wurden nach ihrem Tod von Hughes veröffentlicht. Ihre Gedichte verbinden eine erschreckende Intensität mit blendender Kunstfertigkeit. In ihnen ringt die Dichterin mit ihrer poetischen Inspiration, ihrem Selbstbild und ihrer psychischen Gesundheit. Mit ihrer harschen und ehrlichen Selbstoffenbarung und emotionalen Unmittelbarkeit hatte Plaths Poesie einen bedeutenden Einfluss auf viele Dichter nach ihr und hallt weiterhin bei jüngeren Poesiebegeisterten wider. Es ist kein Zufall, dass diese Gedichte noch immer an Hochschulen und Universitäten als beispielhafte Modelle für poetische Struktur und Stil gelehrt werden.
Sylvia Plaths Gedichte sind autobiografisch und konzentrieren sich auf innere Aufruhr, wobei der Tod als zentrales Thema in einer wandelbaren Form erscheint, entweder als Dieb der kindlichen Schönheit oder als egoistischer Liebhaber. Die Dichterin flirtet mit der Erfahrung des Todes, und dieses gefährliche Spiel führt sie letztendlich zu ihm. Sie veröffentlichte insgesamt drei Gedichtsammlungen: "The Winter Ship", "The Colossus" und "Ariel". Sie schrieb auch einen Roman, "The Bell Jar", den sie unter dem Pseudonym Victoria Lucas veröffentlichte.