Plotinos

Plotinos
Der Philosoph Plotin ist der bedeutendste Vertreter des Neuplatonismus. Er wurde zwischen 204 und 205 n. Chr. in Ägypten geboren. In Rom gründete er eine philosophische Schule, in der nicht nur Fachleute des Gebiets lehrten, sondern auch angesehene Männer. Plotin legte weniger Wert auf die physische Existenz des Menschen und mehr auf die Kraft der Seele. Gemäß seiner grundlegenden Theorie der "drei Hypostasen" hat die Seele einen göttlichen Ursprung und eine göttliche Natur. Die Seele haucht der ungeformten Materie der Welt, zu der auch menschliche Körper gehören, Leben ein. Daher muss ein Mensch, um die Ewigkeit seiner Seele zu sichern, diese dem höchsten Ziel der Vereinigung mit dem Göttlichen widmen. Vergisst man jedoch die Natur seiner Seele und widmet sich vollständig dem Dienst an materiellen Bedürfnissen, indem man sich an die minderwertige weltliche Materie "bindet", wird die natürliche Strafe der Tod zusammen mit dem Körper sein. Somit wird die Seele nicht nur nicht dafür belohnt, dass sie ihre ursprüngliche himmlische Position opfert, um die kosmische Materie zu beleben, sondern sie wird auch bestraft aufgrund ihrer arroganten Haltung, nachdem sie vom oberflächlichen Reiz der materiellen Dimension gefangen genommen wurde. Plotin scheute sich nicht, die platonische Sicht des idealen Staates zu übernehmen. Dieser Staat ist in drei Klassen unterteilt (Menschen, Wächter, Herrscher—wobei Philosophen ausschließlich und notwendigerweise die Rolle der Letzteren übernehmen), innerhalb derer jedes Individuum einen vorbestimmten Platz in der Gesellschaft und minimale Aufstiegsmöglichkeiten hätte. Plotin verlieh dem philosophischen Denken eine neue Dimension. Er definierte den Zweck der Philosophie nicht nur auf der Ebene der Ausübung menschlichen Intellekts und Denkens, wie es frühere Philosophen getan hatten, sondern als einen Faktor, der die Menschheit zur Rettung der Ewigkeit führen würde.
