
Lucia Berlin
Lucia Berlin (1936-2004), die von Kritikern als "Amerikas bestgehütetes Geheimnis" bezeichnet wurde, widmete ihre Karriere ausschließlich Kurzgeschichten. Zu Lebzeiten erlangte sie keine bedeutende Anerkennung und hatte nur ein kleines, aber treues Publikum. Doch elf Jahre nach ihrem Tod erlebte ihr literarischer Ruf einen Aufschwung. Ihre Kurzgeschichtensammlung "A Manual for Cleaning Women" wurde ein Bestseller, und das New York Times Book Review zählte sie zu den zehn besten Büchern des Jahres 2015. Ihre Geschichten sind inspiriert von ihrer Kindheit in der Nähe von Bergbaugebieten, wo ihr Vater als Ingenieur arbeitete, ihren glamourösen Teenagerjahren in Santiago, Chile, ihren drei gescheiterten Ehen, ihrem Kampf mit Alkoholismus, ihren Wanderungen in Mexiko und Kalifornien, den verschiedenen Gelegenheitsjobs, die sie annahm, um ihre vier Söhne großzuziehen, sowie ihren Erfahrungen mit Verlust und Trauer. 1994 begann sie als Gastprofessorin an der University of Colorado Boulder zu arbeiten und wurde bald zur außerordentlichen Professorin befördert. Ihr gesundheitlicher Verfall zwang sie 2001, nach Südkalifornien zu ziehen, um näher bei ihren Söhnen zu sein. Sie verstarb 2004 im Alter von achtundsechzig Jahren in Marina del Rey.