Longus

Longus
Longus, (blühte im 2./3. Jahrhundert n. Chr.), griechischer Schriftsteller, Autor von Daphnis und Chloe, dem ersten pastoralen Prosaroman (siehe pastorale Literatur) und einem der beliebtesten griechischen erotischen Romane in der westlichen Kultur nach der Renaissance. Die Geschichte handelt von Daphnis und Chloe, zwei Findelkindern, die von Hirten auf Lesbos aufgezogen werden, sich allmählich ineinander verlieben und schließlich heiraten. Der Autor ist jedoch weniger an den Verwicklungen der Handlung interessiert, sondern vielmehr daran, die Entwicklung der Liebe zwischen seinem Helden und seiner Heldin zu beschreiben, von ihren ersten naiven und verwirrten Gefühlen der Kindheit bis zur vollen sexuellen Reife. Longus' tiefgehende psychologische Analyse steht in starkem Kontrast zur ungeschickten Charakterisierung anderer griechischer Romane. Seine stilisierten Beschreibungen von Gärten und Landschaften sowie der Wechsel der Jahreszeiten zeigen ein bemerkenswertes Gefühl für die Natur. Der allgemeine Ton seines Romans wird durch die von antiken Kritikern für das bukolische Genre vorgeschriebene Qualität bestimmt—glykytēs, eine „Versüßung“ des pastoralen Lebens.
