
John Berger
John Berger (1926-2017), ein Autor, Maler, Drehbuchautor, führender Kunsttheoretiker und Intellektueller, wurde in London geboren. Nach seinem Militärdienst (1944-46) besuchte er die Chelsea School of Art und die Central School of Art in London. Ende der 1940er Jahre begann er, als Maler in kleinen Londoner Galerien wie Wildenstein und Redfern auszustellen. Kurz darauf begann er, kritische Artikel für das Magazin "New Statesman" zu schreiben und nahm dabei einen radikalen, marxistischen und humanistischen Ansatz gegenüber der Moderne ein. Seine Romane, die in ihrer Form originell sind und historische sowie politische Einsichten bieten, ziehen ihre Themen aus der Welt der Kunst und des kritischen Denkens: "A Painter of Our Time" (1958), "The Foot of Clive" (1962), "Corker's Freedom" (1964), "G." (das 1972 den Booker Prize und den James Tait Black Memorial Prize gewann), "Into Their Labours" (Trilogie: "Pig Earth", 1979, "Once in Europa", 1987, "Lilac and Flag", 1990), "To The Wedding" (1995), "King: A Street Story" (1999), "Here Is Where We Meet" (2005), "From A to X" (2008). Zu seinen herausragenden Studien über Malerei und Fotografie gehören "The Success and Failure of Picasso" (1965), "Art and Revolution: Ernst Neizvestny, Endurance, and the Role of the Artist in the USSR" (1969), "The Moment of Cubism" (1969), das international anerkannte "Ways of Seeing" (1972), das eine Buchadaption seiner erfolgreichen BBC-Fernsehserie war und die Studenten der Bildenden Kunst und Kunstgeschichte in den folgenden Jahren maßgeblich beeinflusste, "About Looking" (1980, das den Essay "Why Look at Animals?" enthält), "Another Way of Telling" (mit Fotografien von Jean Mohr, 1982). In den 1970er Jahren schrieb er die Drehbücher für die Filme des Schweizer Regisseurs Alain Tanner "La Salamandre" (1971), "The Middle of the World" (1974) und "Jonah Who Will Be 25 in the Year 2000" (1976). In den 1980er Jahren lebte und arbeitete er in einem kleinen Dorf in den französischen Alpen, dem Schauplatz seiner Romantrilogie "Into Their Labours". Mit seinem Buch "From A to X", das sich auf die Briefe seiner Frau an einen inhaftierten Terroristen konzentriert, wurde Berger 2008 erneut für den Booker Prize nominiert. Er verstarb am 2. Januar 2017 im Alter von 90 Jahren in seinem Zuhause im Vorort Antony, Paris.