John Bowlby

John Bowlby

John Bowlby

John Bowlby, geboren in eine konservative Oberschichtfamilie, besuchte das Naval College und später die Universität Cambridge, wo er Naturwissenschaften und Psychologie studierte, bevor er sich letztendlich für Medizin entschied. Seine praktische Ausbildung in Psychologie absolvierte er am Institute of Psychoanalysis unter der Aufsicht von Joan Riviere, einer Anhängerin von Melanie Klein. Als ausgebildeter Psychiater begann Bowlby am Child Guidance Training Centre zu arbeiten, wo er engen Kontakt zu Kindern aus zerrütteten Familien hatte. Er widersprach Melanie Klein und den Psychoanalytikern der British Society, die sich ausschließlich auf die innere Welt des Patienten konzentrierten. Bowlbys Erfahrungen in der Kinderklinik führten ihn zu der Überzeugung, dass das Verständnis der inneren Welt vom Wissen über die Erlebnisse und Situationen abhängt, die der Patient erfahren hat. 1944 kam er in seiner Monographie "Forty-Four Juvenile Thieves" zu ähnlichen Schlussfolgerungen wie Anna Freud und Donald Winnicott. Nach dem Krieg wurde Bowlby zum Leiter der Abteilung für Kinder und Familien an der Tavistock Clinic ernannt, wo er bis zu seinem Tod blieb. 1951 veröffentlichte er die Monographie "Maternal Care and Mental Health", in der er seine Theorie entwickelte, dass eine gute psychische Gesundheit eines Kindes eine enge, warme und stabile Beziehung zur Mutter erfordert. In der Folge verlagerte sich sein Interesse auf biologische Orientierungen, was zu einem Bruch mit den Psychoanalytikern und seinem Austritt aus der British Psychoanalytical Society führte. Sein Ruf basiert hauptsächlich auf seinem Ansatz zur Eltern-Kind-Beziehung als Biologe. Der Unterschied zur psychoanalytischen Sichtweise besteht darin, dass er großen Wert auf die direkte Beobachtung von Müttern und Kindern legte. Es dauerte etwa dreißig Jahre Pionierarbeit von Bowlby, bis systematische Forschung durch direkte Beobachtung von Psychoanalytikern ernst genommen wurde. Seine Trilogie über die Mutter-Kind-Beziehung, "Bindung, Trennung, Verlust", wurde 1980 mit den Werken "Trauer und Verlust" abgeschlossen

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