
Julio Cortázar
Julio Cortázar wurde 1914 in Brüssel geboren und verstarb 1984 in Paris. Im Alter von vier Jahren verließ er mit seiner Familie Belgien und zog nach Argentinien, wo er seine Schulbildung abschloss, Literatur studierte und fünf Jahre lang als Lehrer arbeitete, während er auch zu Literaturzeitschriften beitrug. 1951, im Alter von 37 Jahren, kehrte er nach Europa zurück und ließ sich in Paris nieder, wo er bis zu seinem Lebensende lebte und einige seiner bedeutendsten Werke schrieb. „Ich verließ Argentinien nicht so sehr, weil es dort Dinge gab, die mich störten, was es sicherlich gab, sondern weil Frankreich zu jener Zeit eine große Anziehungskraft auf mich ausübte“, sagte er 1982 in einem Interview mit „El Pais“. 1961 besuchte er Kuba, fasziniert von der Revolution, um Antworten auf seine politischen Anliegen zu finden. Diese Reise markierte den Beginn seines klaren ideologischen Bewusstseins, das ihn dazu brachte, das Kuba von Che und Castro und später das Nicaragua der Sandinisten zu verteidigen. 1970 besuchte er Chile und nahm an der Amtseinführung von Allendes Machtübernahme teil. Als Schüler von Borges gilt er als einer der führenden lateinamerikanischen Schriftsteller und einer der größten Modernisten des 20. Jahrhunderts. Sein Werk assimiliert auf natürliche Weise die innovativen Techniken des zeitgenössischen Romans und verbindet kreative Vorstellungskraft mit Realismus. Es unterscheidet sich jedoch von den Werken anderer lateinamerikanischer Autoren, da es fast vollständig auf barocke und magische Realismuselemente verzichtet. Zu seinen vielen bedeutenden Werken gehören: „Geheime Waffen“ („Las armas secretas“), 1958, „Die Gewinner“ („Los Premios“ - sein erster Roman), 1960, „Geschichten von Cronopien und Famen“ („Historias de cronopios y de famas“), 1962, „Rayuela“ („Rayuela“ - gilt als sein Meisterwerk), 1963, „Alle Feuer das Feuer“ („Todos los fuegos el fuego“), 1966, „Handbuch für Manuel“ („Libro de Manuel“ - Roman), 1973, „Oktaeder“ („Octaedro“), 1974 (alle ins Griechische übersetzt), und „Los Reyes“, 1949, „Bestiarium“, 1951, „Ende des Spiels“, 1956, „Die Rückkehr des Tages in achtzig Welten“ („La vuelta al día en ochenta mundos“), 1967, „62: Baukasten“ („62: Modelo para armar“ - Fortführung der Idee des fragmentierten Romans, wie in „Rayuela“), 1968, „Prosa des Observatoriums“, 1972, „Jemand, der vorbeigeht“, 1977, „Ein gewisser Lucas“, 1979, „Deshoras“, 1982, unter anderen.