
Jean Rhys
Jean Rhys wurde 1894 in Dominica geboren, wo sie ihre Kindheit verbrachte. Ihr Vater war ein walisischer Arzt und ihre Mutter Kreolin. Im Alter von sechzehn Jahren zog sie nach England, wo sie bis zum Ersten Weltkrieg blieb. Nach dem Tod ihres Vaters arbeitete sie in verschiedenen Berufen – als Tänzerin, Mannequin und Model – und begann in den 1920er Jahren zu schreiben, nachdem ihre erste Ehe mit einem niederländischen Dichter endete. Zehn Jahre lang lebte sie in Wien und Paris, wo sie Ford Madox Ford traf, der eine begeisterte Rezension ihres ersten Buches, der Kurzgeschichtensammlung "The Left Bank", veröffentlichte, das 1927 erschien. Darauf folgten "Quartet" (1928), "After Leaving Mr. Mackenzie" (1930), "Voyage in the Dark" (1934) und "Good Morning, Midnight" (1939). Keines dieser Werke erzielte bedeutenden kommerziellen Erfolg, möglicherweise weil ihre Themen und ihr Schreibstil ihrer Zeit weit voraus waren. Nach Ausbruch des Krieges und dem anschließenden Misserfolg von "Good Morning, Midnight" geriet ihr Werk in Vergessenheit. Alle glaubten, sie sei tot. Fast zwanzig Jahre später wurde sie in Devon wiederentdeckt, hauptsächlich aufgrund der Begeisterung, die Francis Wyndham für ihr Werk zeigte. Während ihrer Jahre im Verborgenen hatte sie die Geschichten zusammengestellt, die in der Sammlung "Tigers Are Better-Looking" enthalten sind. 1966 feierte sie ein bemerkenswertes Comeback in der Literatur mit "Wide Sargasso Sea", wofür sie den Royal Society of Literature Award und den W.H. Smith Award erhielt – ihr einziger Kommentar bei der Preisverleihung war: "Es kam zu spät." Ihre letzte Kurzgeschichtensammlung, "Sleep it off Lady", wurde 1976 veröffentlicht, und "Smile Please", ihre unvollendete Autobiografie, erschien posthum 1979. Jean Rhys verstarb 1979.