Heinrich von Kleist

Heinrich von Kleist
Heinrich von Kleist wurde am 18. Oktober 1777 in der kleinen Stadt Frankfurt an der Oder geboren. Seine Eltern verstarben, als Kleist noch jung war, und eine Tante übernahm die Verantwortung für seine Erziehung. 1788 wurde Kleist auf ein Internat geschickt, und im Alter von 14 Jahren trat er der Potsdamer Garde bei. Er blieb bis 1799 im Militär. 1801 reiste Kleist zur Insel Delos am Thunersee in der Schweiz. Dort erlebte er eine kurze Phase des Glücks, die ausreichte, um sein erstes Stück, "Die Familie Ghonorets", zu vollenden, das er später in Deutschland ansiedelte und in "Die Familie Schroffenstein" (1803) umbenannte. Von 1803 bis 1811 konzentrierte er sich auf das Schreiben von Theaterstücken, darunter "Die Familie Schroffenstein" (1803), "Der zerbrochne Krug" (1806), "Amphitryon" (1807), "Penthesilea" (1807), "Das Käthchen von Heilbronn" (1807), "Die Hermannsschlacht" (1808) und "Prinz Friedrich von Homburg" (1811). Er schrieb auch Kurzgeschichten und Novellen von 1806 bis 1811, wie "Das Erdbeben in Chili" (1807), "Die Marquise von O..." (1808), "Michael Kohlhaas", "Das Bettelweib von Locarno" (1810), "Der Findling", "Die Verlobung in St. Domingo", "Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik" und "Der Zweikampf" (1811). 1807 gründete Kleist eine monatliche Literaturzeitschrift, "Phoebus", die als Plattform für die Veröffentlichung von Auszügen seiner Werke diente. Doch eine Reihe von Widrigkeiten folgte auf diese Glücksphase. Obwohl Goethe zustimmte, "Der zerbrochne Krug" aufzuführen, lehnte er "Penthesilea" ab. Zudem scheiterte "Der zerbrochne Krug" auf der Weimarer Bühne, es kam zu Spannungen zwischen Goethe und Kleist, und "Phoebus" wurde im Dezember 1808 eingestellt. Auf eine Phase der Depression folgte erneute Begeisterung. 1810 veröffentlichte er die erste preußische Tageszeitung, die "Berliner Abendblätter", die im März 1811 eingestellt wurde. Einige seiner Geschichten, wie "Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik", und bedeutende Essays, insbesondere "Über das Marionettentheater" (1810), wurden in den "Berliner Abendblättern" veröffentlicht. Die Schließung der Zeitung war der letzte Schlag. Er wandte sich wieder dem Theater zu, aber niemand war bereit, seine Werke aufzuführen. In dieser Zeit traf er zufällig Henriette Vogel, eine verheiratete Frau, die an unheilbarem Krebs litt. Seine Frau, Marie von Kleist, die einen Selbstmordpakt ablehnte, betrog er mit Vogel, die die Idee eines Doppelselbstmords begeistert aufnahm. Sie bereiteten die letzten Details sorgfältig vor. Kleist verbrannte die Überreste seiner Werke, darunter seine autobiografische Novelle "Die Geschichte meiner Seele", die Berichten zufolge die wenigen, die sie lasen, erstaunte. Am 21. November 1811 fuhren sie aufs Land und tranken Tee; dort erschoss Kleist zuerst Vogel und dann sich selbst.
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