Pierre Vidal - Naquet

Pierre Vidal - Naquet

Pierre Vidal - Naquet

Pierre Vidal-Naquet wurde 1930 in Paris als Sohn jüdischer Eltern geboren, die 1944 in Auschwitz ermordet wurden. Als weltweit anerkannter Historiker der Antike und Intellektueller war er Direktor der Studien an der École des Hautes Études en Sciences Sociales und leitete zusammen mit Jean-Pierre Vernant das Zentrum für Vergleichende Forschung über Antike Gesellschaften in Paris. Über seine wissenschaftliche Arbeit hinaus war er bekannt für seine politische Haltung als Beispiel eines kämpferischen Intellektuellen, mit einem vielfältigen schriftlichen Werk und Eingriffen in soziale Fragen. Wie er selbst sagte: "Ich habe die Geschichte so angenommen, wie andere die Religion annehmen; für mich ging es beim Umgang mit Geschichte nicht darum, sich mit etwas Totem und Fernem zu beschäftigen, sondern sich mit zeitgenössischen politischen Fragen auseinanderzusetzen; der moderne Historiker muss Stellung beziehen und Ungerechtigkeiten entgegentreten." Weniger bekannt in Griechenland waren seine Schriften zu Themen wie der Folter durch die französische Armee während des Algerienkriegs ("L'Affaire Audin," 1958, "La Torture dans la République," 1972), der Geschichte und dem Genozid an den Juden während des Zweiten Weltkriegs ("Flavius Josephe ou du bon usage de la trahison," "Les Juifs, la mémoire et le présent," "Réflexions sur le génocide," "Les assassins de la mémoire") und Mai '68 ("Journal de la commune étudiante" - mit Alain Schnapp). Zu seinen zahlreichen Essays gehören auch "La Raison d'État" (1962), "Généalogie de l'Europe, de la préhistoire au XXe siècle" (1994) sowie Studien zu Themen der griechischen Antike: "Mythe et tragédie dans la Grèce ancienne" (1972, 1986), "Le Chasseur noir" (1981), "La Démocratie grecque vue d'ailleurs" (1990), "La Guerre, la Grèce et la paix" (1999) und andere. Er starb am 29. Juli 2006 im Alter von 76 Jahren an einem Schlaganfall in einem Krankenhaus in Nizza. Kurz vor seinem Tod, während er bereits im Krankenhaus lag, unterzeichnete er einen Appell mit anderen Intellektuellen für die Beendigung der israelischen Militäroffensive im Libanon. In Griechenland wurden seine Werke veröffentlicht, darunter: "The Black Hunter: Forms of Thought and Forms of Society in the Greek World" ("Livanis," 1983), "Myth and Tragedy in Ancient Greece," gemeinsam mit Jean-Pierre Vernant ("I. Zacharopoulos," 1988), "The World of Homer" ("Exantas," neu aufgelegt 2002), "Cleisthenes the Athenian" ("Evryalos," 1989), "Beyond Ancient Greek Democracy: Essays on Ancient and Modern Historiography" ("Alexandria," 1999), "Economy and Society in Ancient Greece" ("I. Zacharopoulos," 1998), "The Greeks, the Historians, Democracy: The Great Divergence" ("Patakis," 2002), "The Shattered Mirror: Athenian Tragedy and Politics" ("Olkos," 2003), "Atlantis: A Brief History of a Platonic Myth" ("Olkos," 2006) und "My Struggle, History" ("Olkos," 2007).

  1. Αγώνας μου, η ιστορία, Gespräche mit Dominique Burrell und Hélène Monsacre

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