
Jean - Jacques Rousseau
Jean-Jacques Rousseau (1712-1778). Aufgrund einer unglücklichen Kindheit verließ er sein calvinistisches Zuhause in Genf im Alter von 16 Jahren und konvertierte zum Katholizismus. Obwohl er nie eine formale Ausbildung erhielt, war sein Wissen mehr als ausreichend, um 1742 in Paris als Privatlehrer in adeligen Haushalten zu arbeiten. Rousseau lernte Diderot kennen, für dessen "Enzyklopädie" er Artikel über Musiktheorie schrieb. Er lebte unverheiratet mit Thérèse Levasseur zusammen, mit der er fünf Kinder hatte, die in einem Waisenhaus aufgezogen wurden. Da seine Schriften vom Bischof von Paris verurteilt wurden und er die Gefahr einer Inhaftierung fürchtete, verließ Rousseau Paris und lebte mehrere Jahre im Ausland, wobei er sich ab 1762 in der Schweiz und von 1767 bis 1770 in England niederließ.
In seiner politischen Philosophie setzte sich Rousseau für gleiche Rechte aller Bürger ein, mit demokratischer Regierungsführung und sozialer Kontrolle. "Die Menschen sind von Natur aus gut und werden durch die vorherrschende Kirche, schlechte Bildung und die bestehenden wirtschaftlichen Verhältnisse verdorben. Der einzige Weg zur Verbesserung ist, befreit zu werden." Sein Werk "Du contrat social" (1762), das zu den grundlegenden Texten zugunsten der modernen Demokratie gehört, enthält die Prinzipien von Rousseaus Sozialtheorie, in der ein politisch verantwortungsbewusster Bürger unerlässlich ist. Seine Bildungstheorie beeinflusste ebenfalls die nachfolgenden Entwicklungen.
Rousseau komponierte symphonische Musik und schrieb Romane, die die Literatur seiner Zeit beeinflussten. Er gilt als Wegbereiter der Französischen Revolution mit seinem philosophischen Werk.