Wislawa Szymborska

Wislawa Szymborska

Wislawa Szymborska

Wislawa Szymborska wurde 1923 in Kórnik, Polen (in der Provinz Poznań) geboren und zog im Alter von acht Jahren nach Krakau, wo sie bis zu ihrem Tod am 1. Februar 2012 im Alter von 88 Jahren dauerhaft lebte. Sie studierte Literatur und Soziologie an der renommierten Universität der Stadt und debütierte 1945 als Dichterin. Bis 1996, als sie mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde, hatte sie nur neun Gedichtbände und vier Essaybände veröffentlicht und zudem französische Versdichtung übersetzt. In der Zeit von 1967 bis 1972 kommentierte sie regelmäßig eher unbekannte ausländische und polnische Schriftsteller. Sie wurde mit dem Krakauer Literaturpreis (1995), dem Polnischen Staatspreis für Kunst (1963), dem Goethe-Preis (1991) und dem Herder-Preis (1995) geehrt und war Ehrendoktor der Künste an der Universität Poznań. Zusammen mit Zbigniew Herbert und Tadeusz Różewicz gilt sie als eine der herausragenden Vertreterinnen der sogenannten "Polnischen Schule der Poesie" nach dem Krieg, obwohl ihre Anerkennung in Europa, insbesondere in der angelsächsischen Welt, viel später als die der anderen kam. Schon früh definierte Szymborska ihre poetische Atmosphäre, indem sie schrieb, dass sie "Wörter voller Leidenschaft leiht und dann versucht, sie leicht erscheinen zu lassen." Die klassische Eleganz im Umgang und in der Entwicklung ihres poetischen Materials verbindet sich mit einem unbeschwerten Ansatz zu Themen und einem trügerisch fröhlichen Skeptizismus, bei dem das schmerzhafte Bewusstsein der menschlichen Bedingung und des Abenteuers in der Welt subtil lauert, zusammen mit der lebendigen Hoffnung, die unserem sterblichen Schicksal und der Geschichte trotzt (wo sich die Tragödie gewöhnlich wiederholt). Für Szymborska hört die Welt trotz der Unsicherheit, Angst und des Hasses, die die menschliche Natur hervorbringt und kultiviert, nie auf, herauszufordern und zu überraschen, und die Natur zusammen mit der Kunst bleiben immer die besten Vermittler dieser Vision (wie sie bei der Nobelpreisverleihung schloss: "Dichter, so scheint es, werden immer viel zu tun haben"). Einige von Szymborskas Gedichten, die zu unverdächtigen Zeiten geschrieben wurden, gewinnen heute dramatische Relevanz, da die Menschheit die Angst vor Terrorismus mit einzigartiger Intensität erlebt, und sie sind Beispiele für das tiefe moralische Bewusstsein und die Wachsamkeit, die letztlich ihr gesamtes poetisches Werk durchziehen.

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