Edward Hallett Carr

Edward Hallett Carr
Der Diplomat, Journalist und Historiker Edward Hallett Carr (1892-1982) wurde in London als Sohn einer bürgerlichen Familie geboren. Er besuchte die Merchant Taylors' School in London und das Trinity College in Cambridge, wo er 1916 mit einem Abschluss in Klassischer Philologie graduierte. Im selben Jahr, während des Ersten Weltkriegs, begann er seine diplomatische Laufbahn im Foreign Office, aus dem er 1936 ausschied. Zunächst war er als Mitglied der Konterbande-Abteilung des Foreign Office für die Beziehungen der Alliierten zu Deutschland verantwortlich. Nach 1917 konzentrierte er sich als Mitglied der Nördlichen Abteilung auf die Beziehungen Großbritanniens zu Russland, sagte den Sieg der Bolschewiki in der Oktoberrevolution voraus und beriet Premierminister Lloyd George entsprechend, im Gegensatz zu Verteidigungsminister Winston Churchill, der eine Intervention zugunsten der Menschewiki unterstützte. Er nahm an der britischen Delegation zur Pariser Friedenskonferenz 1919 teil und war an der Ausarbeitung des Vertrags von Versailles beteiligt, der zur Gründung des Völkerbundes führte. Seine diplomatische Karriere wurde später von Lord Halifax gelobt, und 1920 wurde ihm der Titel Commander of the British Empire (CBE) verliehen. Nach seinem Ausscheiden aus dem diplomatischen Dienst 1936 übernahm er die Position des Wilson-Professors für Internationale Politik am University College of Wales und wurde Fellow des Trinity College, Cambridge (1955), sowie des Balliol College, Oxford (1966). Sein bekanntestes historisches Werk ist die "History of Soviet Russia" in 14 Bänden, die zwischen 1950 und 1978 geschrieben und veröffentlicht wurde. Weitere Bücher von ihm umfassen: "The Romantic Exiles: A Nineteenth Century Portrait Gallery," 1933, "The Twenty Years' Crisis, 1919-1939: An Introduction to the Study of International Relations," 1939 1946, "The Soviet Impact on the Western World," 1946, "The New Society," 1951, "German-Soviet Relations Between the Two World Wars: 1919-1939," 1952, "The Russian Revolution: From Lenin to Stalin (1917-1929)," 1979, "From Napoleon to Stalin and Other Essays," 1980, und das in seinem Bereich klassische Werk "What is History?," 1961 und 1986 (herausgegeben von R.W. Davies).
