
Willa Cather
Willa (Sibert) Cather (1873-1947) wurde in Virginia geboren, lebte in Nebraska, schloss 1895 ihr Studium an der University of Nebraska ab und verfolgte zunächst Karrieren im Journalismus und im Lehramt. Später widmete sie sich ganz dem Schreiben. Sie veröffentlichte 1903 ihre erste Gedichtsammlung "April Twilights", gefolgt von der Kurzgeschichtensammlung "The Troll Garden" im Jahr 1905, bevor sie sich den Romanen zuwandte. Ihr erster Roman, "Alexander's Bridge", erzählt die Geschichte eines Ingenieurs, der zwischen der Liebe zu seiner Frau und einer jugendlichen Romanze hin- und hergerissen ist. Mit "O Pioneers!" (1913) kehrt sie auf die Prärien Nebraskas zurück, um die heldenhaften Figuren der Pioniermenschen darzustellen, während das bemerkenswerte Werk "My Antonia" (1918) das Leben eines böhmischen Mädchens und den Pioniergeist erzählt, der sie durch Schwierigkeiten trägt. Dieses Thema setzt sich in ihren späteren Romanen "One of Ours" (1922) und "A Lost Lady" (1923) fort. Ihr Interesse am Katholizismus zeigt sich in "Death Comes for the Archbishop" (1927) und "Shadows on the Rock" (1931), einem Roman, der im Quebec des 18. Jahrhunderts spielt. Neben "My Mortal Enemy" (1926) gehören zu ihren bemerkenswerten Novellen "Lucy Gayheart" (1935) und "Sapphira and the Slave Girl" (1940). Sie schrieb auch zahlreiche Kurzgeschichten, die in Sammlungen wie "Youth and the Bright Medusa", "Obscure Destinies" und "The Old Beauty and Others" zusammengefasst sind. Cathers Hingabe an die unschuldige und mutige Welt der Pioniere manifestiert sich oft als Verachtung für die moderne Welt. Als Vertreterin der Aristokratie in einer egalitären Gesellschaft, als Schriftstellerin des Landlebens während der industriellen Revolution und als Verfechterin des Geistes im Herzen einer materialistischen Kultur ist Cather eine einzigartige und höchst interessante Figur in der amerikanischen Literatur.