
Agelos S. Vlachos
Angelos S. Vlachos (1915-2003). Angelos S. Vlachos wurde in Alexandria geboren, mit Wurzeln in Athen, und war der Enkel des Schriftstellers und Politikers Angelos Vlachos (1838-1920). Sein Vater war Richter. Er studierte an der juristischen Fakultät der Universität Athen und trat 1939 in den diplomatischen Dienst ein. Während des Griechisch-Italienischen Krieges diente er im Militär und kämpfte an der albanischen Front. 1943 wurde er von den Deutschen gefangen genommen, konnte jedoch in den Nahen Osten fliehen, wo er sich der exilierten griechischen Regierung in Kairo anschloss. Nach der Befreiung verfolgte er eine diplomatische Karriere und diente als Erster Sekretär der Botschaften in Ankara und Rom, als Generalkonsul in Jerusalem und Nikosia sowie als griechischer Vertreter in Genf. Schließlich wurde er griechischer Botschafter in Moskau. Er zeichnete sich auch in der Politik aus, indem er 1963 als stellvertretender Bildungsminister in der Interimsregierung von Pipinelis, als Generalsekretär des Außenministeriums bis zur Erklärung der Aprildiktatur und seinem Rücktritt sowie als Minister beim Premierminister in der Regierung der nationalen Einheit 1974 diente.
Vlachos debütierte literarisch 1945 mit dem Prosawerk "Das Grab der alten Frau", das sein Thema aus dem Krieg in Albanien zog. Seine literarischen Leistungen brachten ihm mehrere Auszeichnungen ein, darunter den Preis der Gruppe der Zwölf (1954 für den Roman "Mein Meister Alkibiades"), den Preis des Bildungsministeriums (1958 für die Novelle "Stunden des Lebens" und 1968 für die Kurzgeschichtensammlung "Der glückliche Daimas"), den Preis der Akademie von Athen (1972), und 1985 wurde er zum Mitglied der Akademie von Athen im Bereich Literatur/Prosa gewählt. Er engagierte sich auch im Journalismus und arbeitete unter dem Pseudonym Andreas Velos mit Athener Zeitungen zusammen. Vlachos' Prosawerk wird von historischen Themen dominiert, entweder als Versuch, eine bestimmte Epoche umfassend darzustellen, oder indem er Einzelfälle in den entsprechenden historischen Kontext integriert. Sein Schreiben ist sorgfältig strukturiert, prägnant und emotional zurückhaltend. Für weitere biografische Details zu Angelos Vlachos siehe Angelos Afroudakis, "Angelos S. Vlachos," in "Nachkriegsprosa; vom Krieg '40 bis zur Diktatur '67," Bd. III, S. 54-63, Athen: Sokolis, 1988; Alexis Ziras, "Vlachos Angelos," in "Weltbiographisches Wörterbuch," Bd. 2, Athen: Ekdotiki Athinon, 1984; und Fr. Pharmakis, "Vlachos Angelos," in "Große Enzyklopädie der modernen griechischen Literatur," Bd. 4, Athen: Haris Patsis, o.J.
(Quelle: Archiv griechischer Autoren, E.KE.VI.).