Max Weber

Max Weber
Max Webers Karriere (1864-1920) fiel in eine der fruchtbarsten Perioden der deutschen Wissenschaft und fiel gleichzeitig mit Zeiten intensiver politischer Krisen zusammen. Beide Perspektiven spiegeln sich in seinem Werk wider. Nachdem er an den Universitäten Heidelberg und Berlin Jura, Geschichte, Wirtschaft und Philosophie studiert hatte, verfolgte Weber eine akademische Laufbahn und übernahm 1895 den ordentlichen Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Freiburg. Sein Engagement in den politischen und sozialen Angelegenheiten des neu gegründeten Deutschen Reiches entwickelte sich parallel zu seiner wissenschaftlichen Perspektive. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts widmete sich Weber sowohl methodologischen Arbeiten als auch gründlichen Studien zur Religionssoziologie, aus denen vielleicht sein bekanntestes Werk, "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" (1905), hervorging. In dem Jahrzehnt vor dem Ersten Weltkrieg beteiligte er sich an scharfen politischen Debatten über die Ausrichtung des deutschen Staates und stellte sich gegen verschiedene politische Entitäten, von der nationalistischen Alldeutschen Vereinigung bis zur Sozialdemokratischen Partei. Gleichzeitig übernahm er seit 1909 die redaktionelle Rolle für das kollektive Werk "Grundriss der Sozialökonomik", für das er den grundlegenden konzeptionellen Rahmen der damals "jungen" Wissenschaft der Soziologie entwarf.
