Karl Polanyi

Karl Polanyi
Obwohl Polanyis Leben nomadisch war – er fand nie eine bequeme akademische Position –, hatte sein Werk einen bedeutenden Einfluss auf seine Zeitgenossen. Polanyi (1896 - 1964) wurde in Wien geboren und wuchs in Budapest auf, wo er studierte und die Kreise von Karl Mannheim und Georg Lukács frequentierte. Während des Ersten Weltkriegs wurde er an der russischen Front gefangen genommen und kehrte nach seiner Freilassung nach Wien zurück, wo er sich dem Journalismus widmete. 1933 emigrierte er nach England und verdiente seinen Lebensunterhalt mit Privatunterricht. 1940 nahm er während einer Vortragsreise in den USA ein Angebot des Bennington College an, dort zu lehren. In dieser Zeit schrieb er sein Hauptwerk, "The Great Transformation" (1944). 1947 wurde er eingeladen, im Fachbereich Soziologie der Columbia University zu lehren. Da jedoch seiner Frau, Ilon Duczynska, die eine bedeutende Rolle in der gescheiterten ungarischen Revolution von 1920 gespielt hatte, ein Visum für die USA verweigert wurde, war Polanyi gezwungen, in Toronto, Kanada, zu wohnen und in die USA zu reisen, um zu lehren; dies setzte sich bis zu seinem Lebensende fort. Trotz der großen Vorteile, die er aus der interdisziplinären Forschung an der Columbia University zog, integrierte er sich nie in akademische Kreise. Er blieb sein Leben lang ein Exilant – aus Ungarn, aus Österreich, aus Amerika, aus der akademischen Welt... Wichtige Werke: - "The Great Transformation," 1944 - "Trade and Markets in Early Empires," in Zusammenarbeit mit K. Conrad, K. Arensburg, H. W. Pearson, 1957 - "Dahomey and the Slave Trade," in Zusammenarbeit mit A. Rotstein, 1966 - "Primitive, Archaic and Modern Economics: Essays of Karl Polanyi," 1968 - "The Livelihood of Man," in Zusammenarbeit mit H. W. Pearson, 1977.
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