
Tilemachos Alaveras
Telemachos Alaveras (30. September 1926 - 30. Juni 2007) wurde 1926 in Plowdiw, Ostrumelien (heutiges Bulgarien) geboren. Im darauffolgenden Jahr zog seine Familie nach Thessaloniki, eine Stadt, die er nie verlassen sollte. 1947 trat er mit Erzählungen in Literaturzeitschriften in die literarische Welt ein. 1952 wurde sein erstes Buch veröffentlicht, die Sammlung von Erzählungen "Die Wilden des anderen Waldes", die von der Kritik nicht unbeachtet blieb. Alexandros Argyriou schrieb unter anderem: "Der neue Prosaautor weiß, wie er mit den aufeinanderfolgenden Wellen seiner Erinnerungen umgehen soll, er weiß, was das Beste ist, das er aus dem, was ihm sein Gedächtnis bietet, behalten soll." 1955 wurde die Literaturzeitschrift "Neue Richtung" gegründet, die neben seiner schriftstellerischen Arbeit zu einem Lebenswerk wurde, mit ihm selbst als Herausgeber bis zu seinem Tod. Für die "Neue Richtung" wurde er 2006 von der Akademie von Athen mit dem Petros-Chari-Preis ausgezeichnet, ein Ereignis, das von der gesamten geistigen Gemeinschaft Nordgriechenlands begrüßt wurde (unter anderem von Prodromos Markoglou, Markos Meskos, Makis Trikoukis, u.a.). Der Gründung der "Neuen Richtung" folgten die Bücher: "Die Uhr", Roman, 1957, "Die Hälfte des Mondes", Erzählungen, 1960, "Das heutige schriftstellerische Problem", Essay, 1961, "Straßenwalze", Roman, 1963, "Erzähler von Thessaloniki", Studie, 1970, "Die Anderen", Theaterstück, 1971, u.a. Von Alaveras' Gesamtwerk wurden zwei Bücher mit staatlichen Preisen ausgezeichnet - die Erzählungssammlung "Aus Anlass", 1976, und das Reisechronik "In gerader Linie (Reise nach Polen)", 1990 - und eines mit dem Ouranis-Preis der Akademie von Athen - die Erzählungen "Ecken und Ansichten", 1985. Im Juni 2007 wurde er noch mit dem Großen Staatspreis für Literatur für sein Gesamtwerk geehrt. Er war Mitglied in vielen Gremien und Komitees zu geistigen und künstlerischen Themen und hielt Vorträge in Athen, Thessaloniki und dem restlichen Griechenland. 1962 war er Gründungsmitglied der Gesellschaft der Schriftsteller von Thessaloniki, deren Generalsekretär er bis 1980 war, als er zum Präsidenten gewählt wurde, ein Amt, das er bis zum Ende innehatte. Verheiratet mit der Dichterin Roula Alavera, hatten sie zusammen zwei Kinder. Seine Prosawerke wurden ins Italienische, Deutsche, Niederländische, Bulgarische, Schwedische, Serbische und Polnische übersetzt.
(Foto: Kostas Mitropoulos, 2001)