
Kostas Mourselas
Kostas Mourselas (1932-2017) wurde in Piräus geboren, wo er auch das Gymnasium abschloss. 1951, als er im ersten Jahr seines Jurastudiums war, wurde er als ehemaliges Mitglied der EΠON verhaftet und von einem außerordentlichen Militärgericht der damaligen Zeit (Fall Belogiannis) verurteilt. Jahrelang studierte er Violine, gab dies jedoch auf, als ihn das Theater zu faszinieren begann. Er schloss sein Jurastudium ab, aber kurz bevor er die Anwaltslizenz erhielt, gab er die Anwaltslaufbahn auf und wurde 1959 als Angestellter beim General Accounting Office des Staates eingestellt, wo er bis 1969 arbeitete, als er von der Junta entlassen wurde. Seitdem widmete er sich vollständig und professionell dem Schreiben. Seine Werke wurden von Ensembles des Freien Theaters, vom Nationaltheater, vom Kunsttheater, vom Staatlichen Theater Nordgriechenlands, von städtischen Theatern sowie von Ensembles im Ausland (Frankreich, Deutschland, Zypern) aufgeführt. Einige bekannte Titel seiner Theaterstücke sind: "Aquarium", "Messer bis auf den Knochen", "Die Freunde", "Alexanders Ohr", "Die Dame trauert nicht", "Gefährliche Ladung", "Oh! Was für eine Welt, Papa!", "Die doppelläufige Flinte", "Unvollendeter Geschlechtsverkehr" und andere. Einem breiten Publikum wurde er durch Fernsehpräsentationen seiner Werke ("Kleine Anzeigen", "Leise, das Vaterland schläft", "Die Uhr") und durch die berühmte Fernsehserie "Er und... Er" bekannt, mit den Hauptdarstellern V. Diamantopoulos und G. Michalakopoulos (130 Einakter). 1990 kehrte er zur Prosa zurück und veröffentlichte den Roman "Gefärbte rote Haare" (Verlag "Kedros", endgültige Ausgabe: "Ellinika Grammata", 2006, Neuauflage: "Patakis", 2014), dessen Verkäufe insgesamt über zweihunderttausend Exemplare überstiegen, in Englisch, Französisch, Deutsch, Türkisch und Hebräisch übersetzt und fürs Fernsehen adaptiert wurde. Es folgten Kurzgeschichten, Novellen sowie der Roman "Das Spiel der Vier" (1998), den er gemeinsam mit P. Tatsopoulos, G. Skourtis und A. Sourounis schrieb. 1999 veröffentlichte er den Roman "Geschlossen wegen Melancholie" (Kedros, 2. Ausgabe Ellinika Grammata, 2010), der über vierzigtausend Exemplare verkaufte und ins Türkische übersetzt wurde. Seine letzten Bücher waren die Kurzgeschichtensammlung "Die Begierde brennt die Eingeweide" ("Kedros", 2004) und der Roman "Am Rande der Nacht" (Patakis, 2011). Er schrieb auch ästhetische Essays sowie viele Kolumnen, die in der Zeitung "Ta Nea" in der Rubrik "Im Gespräch" veröffentlicht wurden. Er verstarb am 15. Juli 2017 in Athen im Alter von 85 Jahren.