Hans Fallada

Hans Fallada

Hans Fallada

Hans Fallada (das literarische Pseudonym von Rudolf Ditzen) wurde 1893 in Greifswald geboren und starb 1947 in Berlin. Er hatte verschiedene Berufe, darunter Vermessungsingenieur, Buchhalter, Nachtwächter, Getreidehändler und Werbefachmann. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er als Übersetzer und Journalist. Zunächst vom Expressionismus beeinflusst, debütierte er 1920 mit seinem Roman "Der junge Goedeschal". 1926 berichtete er als Journalist über den berühmten Prozess des Bauernaufstands in Neumünster. Sein Roman "Bauern, Bonzen und Bomben" wurde von den Prozessakten inspiriert. Fallada schloss sich der künstlerischen Bewegung der "Neuen Sachlichkeit" an und wandte sich dem sozialen Naturalismus mit einem bewussten Einsatz eines einfachen Stils zu. 1932 veröffentlichte er seinen Roman "Kleiner Mann - was nun?", der das Alltagsleben proletarisierter Kleinstadtbürger schildert. Dieses Buch brachte Fallada weltweiten Ruhm. Anschließend kaufte er einen Bauernhof in Mecklenburg und widmete sich der Landwirtschaft. Er schrieb etwa zwölf weitere Romane und ein Buch mit autobiografischen Erinnerungen. Zu den bemerkenswerten Werken zählen "Wolf unter Wölfen" (1932), eine genaue Darstellung des sozialen Chaos während der Weimarer Republik, "Wer einmal aus dem Blechnapf frisst?" (1934) und "Der eiserne Gustav" (1938), ein umfassender Roman, der das Leben in Berlin von 1914 bis 1924 darstellt und eine düstere und harte Beschreibung des Niedergangs und der allmählichen Verarmung des Mittelstands bietet. Fallada verließ seinen Bauernhof und ließ sich in Berlin nieder, wo er im Februar 1947 an einer Überdosis Schlaftabletten starb, nachdem er den Roman "Jeder stirbt für sich allein" (englische Übersetzung: "Every Man Dies Alone") vollendet hatte, der die wahre Geschichte von Otto und Elise Hampel erzählt, die während des Krieges von den Nazis wegen ihrer antifaschistischen Aktivitäten hingerichtet wurden. 1950 wurde sein persönlichstes Buch "Der Trinker" (englische Ausgabe: 1944) veröffentlicht, ein zutiefst autobiografischer Bericht über das Leben unter den Nazis. Hans Fallada blieb nach seinem Tod ein populärer Autor in Deutschland, obwohl einige seiner unveröffentlichten Werke als verloren oder verkauft gelten, teils aufgrund von Nachlässigkeit und teils aufgrund der Drogensucht seiner zweiten Frau und Alleinerbin, Ulla Losch. Das Wiederaufleben dieses bedeutenden Autors aus der Vergessenheit erfolgte 2009, als der amerikanische Verlag Melville House Publishing seine Bücher "Little Man, What Now?", "The Drinker" und "Every Man Dies Alone" auf Englisch neu herausgab, die anschließend in viele Sprachen übersetzt wurden.

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