
Apuleius
Apuleius wurde 125 n. Chr. in Madauros, Afrika, einer römischen Provinz an der Grenze zu Gaetulien und Numidien, nahe dem heutigen Constantine, geboren. Mit anderen Worten, heute würde man ihn als Algerier betrachten. Er war bekannt für sein gutes Aussehen; ein erhaltenes Bild von ihm auf einem Medaillon zeigt ein attraktives und lächelndes Gesicht, nicht ohne einen Hauch von leichter Ironie, und er scheint eine besondere Sensibilität für ein gepflegtes Erscheinungsbild gehabt zu haben.
Geboren in eine gehobene Mittelklassefamilie, studierte er Rhetorik in Karthago, einem bedeutenden Bereich der damaligen Zeit, da er ein weites Feld menschlichen Wissens umfasste: Literatur, Philosophie, die Kunst des richtigen Denkens und Sprechens, und darüber hinaus war es eine Kunst, die den Weg zur Verwaltung und Politik ebnete oder zumindest zu einer glänzenden Karriere als Anwalt. Anschließend ging er nach Athen, wo er die griechische Sprache, Literatur und Philosophie studierte, in denen er exzellierte. Gleichzeitig, von Natur aus neugierig, vertiefte er sich in Mystik und Magie.
Auf seiner Rückreise nach Karthago machte er Halt in Oea, Libyen—dem heutigen Tripolis—wo seine Romanze und anschließende Heirat mit einer wohlhabenden Witwe ihn vor Gericht brachte, da ihre natürlichen Erben behaupteten, er habe sie mit Magie verführt. Apuleius verteidigte sich und wurde freigesprochen.
Nach diesem unangenehmen Abenteuer finden wir Apuleius in Karthago mit dem Titel Sacerdos Provinciae. Er wurde so berühmt als Redner und Anwalt sowie als Diener der Musen, dass ihm zu Lebzeiten eine Statue zu Ehren errichtet wurde.
"Der goldene Esel oder Die Metamorphosen", einer der frühesten Romane der westlichen Literatur, wird auf etwa 161 n. Chr. datiert, als er etwa fünfunddreißig Jahre alt war.