
Paul Valéry
Paul Valéry (1871-1945) wurde in Montpellier geboren, wo er Jura studierte, und gab sein literarisches Debüt mit dem Gedicht "Narziss". 1892 zog er nach Paris, wo er sich hauptsächlich mit wissenschaftlichen Studien beschäftigte (literarisch markierte 1894 das Jahr von "Ein Abend mit Herrn Teste"). 1917 kehrte er mit der Veröffentlichung von "Die junge Schicksalsgöttin", einem symbolischen Gedicht, das ihm Ruhm brachte, zur Poesie zurück. In diesem Sinne schrieb er weiter "Der Friedhof am Meer", den zweiten "Narziss", "Die Zweige des Sieges" und andere Gedichte von zarter Symbolik. 1925 wurde er Mitglied der Académie française. Seine Prosawerke (darunter "Die Seele und der Tanz", 1925, "Eupalinos", 1925) und seine Reflexionen (eine Reihe von Essays wie "Blicke auf die moderne Welt" und Arbeitsnotizen wie die in den "Cahiers") konzentrieren sich auf die Vielschichtigkeit des Selbst, das unerschöpfliche und facettenreiche Selbst, betrachtet durch die Lupe eines hochtrainierten und geschärften Geistes.