In Science-Fiction-Werken kämpfen Menschen gegen Maschinen im Namen von Freiheit und Individualität, doch diese humanistischen Mythen sind längst veraltet.
Die moderne Ära hat den Menschen an die Stelle Gottes gesetzt, im vergangenen Jahrhundert hat die Menschheit Hunger, Seuchen und Krieg unter Kontrolle gebracht. Heute jedoch, da sie versucht, das Alter und den Tod zu besiegen und den Schlüssel zum Glück zu finden, übernehmen neue göttliche Kräfte der Schöpfung und Zerstörung das Zepter.
Während wir die Struktur unseres Gehirns und unseren genetischen Code dank Biotechnologie, künstlicher Intelligenz und Big Data-Analyse entschlüsseln, wird die Autorität an externe Algorithmen übergehen und die meisten Menschen werden wirtschaftlich und politisch machtlos sein.
Wenn mein intelligentes Smartphone mich besser kennen wird als ich selbst und der Große Bruder die besten Entscheidungen in meinem Namen treffen kann, werden demokratische Wahlen, der freie Markt und die Menschen selbst ebenso veraltet sein wie steinzeitliche Messer und Tonbandgeräte.
Wenn das 19. Jahrhundert mit der Industriellen Revolution die Arbeiterklasse brachte, wird das 21. Jahrhundert eine neue große „überflüssige Klasse“ schaffen. Nach 50.000 Jahren wird der Homo sapiens (der verständige Mensch) Platz machen für den Homo deus (den menschen-gott), und die Welt wird neue Herren bekommen.