„Ein Mensch stirbt wirklich, sagte Jorge Luis Borges, erst wenn auch der letzte Mensch stirbt, der ihn gekannt hat. Das ist heute der Fall bei Freud, obwohl es noch einige wenige Personen gibt, die in ihrer Kindheit das Glück hatten, ihm nahe zu kommen. Freud verbrachte sein Leben mit Schreiben, und obwohl er eines Tages Texte und Briefe vernichtete, um die Arbeit zukünftiger Biografen zu komplizieren, war seine Leidenschaft für die Spur, die Archäologie und das Gedächtnis so groß, dass das, was verloren gegangen ist, im Vergleich zu dem, was erhalten geblieben ist, nichts ist.
Wenn es um ein solches Schicksal geht, sieht sich der Historiker einer Überfülle von Archiven und somit der Unmenge an Interpretationen gegenüber. Nach jahrzehntelangen apologetischen Kommentaren und gewaltsamen Anklagen ist es äußerst schwierig zu wissen, wer Sigmund Freud tatsächlich war. Doch seit der Zeit der Veröffentlichung der letzten grundlegenden Referenzwerke sind neue Archive für die Forscher geöffnet worden, während der Hauptteil der Korrespondenz nun zugänglich ist.
Der Gründer der Psychoanalyse ist in erster Linie ein Wiener der Belle Époque, Staatsbürger des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs, Erbe der deutschen und jüdischen Aufklärung. Was die Psychoanalyse betrifft, so ist sie das Produkt eines kollektiven Vorhabens, eines romantischen geistigen Kreises, innerhalb dessen Freud seine Anziehung zum Irrationalen und zu den esoterischen Wissenschaften frei ausleben wird, wobei er seine Freunde bereitwillig in Feinde verwandelt, Faust und Mephistopheles gleichzeitig.
Ein Denker der Modernität, aber konservativ in seinen politischen Positionen, wird er nicht aufhören, widersprüchlich in Bezug auf sein Werk zu handeln, immer im Namen der Vernunft und der Aufklärung. Hier sehen wir ihn in seiner Zeit, in seiner Familie, umgeben von seinen Sammlungen, seinen Frauen, seinen Kindern, seinen Hunden; wir sehen ihn schließlich als Opfer des Pessimismus angesichts des Aufstiegs der Extreme, von Zweifeln überwältigt in der Zeit des Exils in London, wo er sein Leben beenden wird. Wir sehen ihn auch in unserer Zeit, wie er unsere Fragen mit seinen persönlichen Zweifeln, seinen Misserfolgen und seinen Leidenschaften nährt.
„Rudinésco unterschreibt ein monumentales Werk, das sich zu Recht den Titel der definitiven Biografie des Gründers der Psychoanalyse anmaßt.“ Álex Vicente, El País „Ein riesiges und inspiriertes Werk, das den historischen und ideologischen Rahmen der Zeit und den Menschen, der unsere Sicht auf Existenz und Sexualität verändert hat, einfängt.“ André Masse-Stamberger
Hersteller
- Autor
- Elisabeth Roudinesco
- Verleger
- Patakis
- Sprache
- Griechisch
- Abdeckung
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 640
- Veröffentlichungsdatum
- 11/2017
- Veröffentlichungsdatum
- 2017
- Abmessungen
- 17x24 cm
- ISBN-13
- 9789601676081
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