Die neuere westliche Tradition hat uns ein sehr spezifisches Bild des Künstlers hinterlassen. Es handelt sich um einen kreativen und begabten Menschen, der mit seiner Kunst nicht nur sich selbst, sondern auch die gesamte Menschheit ausdrückt. Das Preis der Genialität ist jedoch hoch. Der Künstler- Prometheus ist exzentrisch, melancholisch und selbstzerstörerisch.
Von Michelangelo bis Van Gogh und Jackson Pollock wird ein solches Klischee beständig von der Kunstgeschichte reproduziert. Ist dem so? Sind Eigenheiten und Verhaltensweisen außerhalb der Norm Voraussetzungen für künstlerische Kreativität oder Merkmale eines historischen Typs, der in der neueren Zeit auftaucht? Und wenn die zweite Version wahr ist, welches Umfeld hat dieses prometheische Kunstideal hervorgebracht, genährt und letztlich abgelehnt?
In diesem Buch untersucht Nikos Daskalothanasis in drei Kapiteln (betitelt 'Der einsame Künstler', 'Der avantgardistische Künstler' und 'Der Verlust des Künstlers') den historischen Werdegang des Künstlers, vom Romantizismus bis zur Gegenwart, und analysiert die künstlerischen Entwicklungen der neueren und modernen Zeit. Gleichzeitig weist er auf die institutionellen Verschiebungen hin, gemäß denen der Künstler seine Tätigkeit interpretiert und seine Identität formt.
Der romantische und der moderne Künstler, Höhepunkt sowie Schwanengesang des akademischen Kunstsystems, räumen dem Künstler der Avantgarde Platz ein. Die neue Kunst vermittelt die utopische Vision einer neuen Gesellschaft und trägt gleichzeitig zur Bildung eines neuen Marktes bei, der den künstlerischen Mythos weiterhin aufrechterhält. Erst im späten Nachkrieg wird der Künstler zum ersten Mal in seiner langen Geschichte mit einer neuen Gegebenheit konfrontiert: seinem eigenen Tod.
Beeinträchtigt dieses Faktum also eine befreiende Perspektive oder handelt es sich lediglich um eine Neubewertung der Bedingungen für die Bildung der bürgerlichen Subjektivität? Die Antwort auf diese Frage betrifft nicht nur den zeitgenössischen Künstler, sondern ebenso den zeitgenössischen Betrachter.
Dieses reichhaltige Buch, das sowohl historische Elemente als auch theoretische Fragen behandelt, die von Kunsttheoretikern und von den Künstlern selbst aufgeworfen und beantwortet wurden, wird durch 56 schwarz-weiße Bilder von exemplarischen Werken der neueren westlichen Tradition (Gemälde, Fotografien, Skulpturen, Installationen) illustriert. Die Ausgabe wird durch eine ausreichende Bibliografie sowie ein Verzeichnis der Hauptnamen ergänzt.
Hersteller
- Autor
- Nikos Daskalothanasis
- Verleger
- Agra
- Sprache
- Griechisch
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 351
- Veröffentlichungsdatum
- 12/2022
- Veröffentlichungsdatum
- 2022
- Auszeichnung
- -
- Abmessungen
- 14x21 cm
- Künstlerische Strömung
- Romantik, Modernismus
- Alben
- Ja
- Themen
- Malerei - Zeichnung, Fotografie - Video
- ISBN-13
- 9789603255611
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