Indem er seine gewohnte Kritik beiseitelegt, spricht Bloom den einsamen Leser an und lädt ihn ein, den Leseprozess mit einem klaren Motiv zu beginnen: sich selbst zu entdecken und zu bereichern. Bloom, der aus seinem umfangreichen Erfahrungsschatz schöpft, greift auf die großen Werke der Literatur zurück, um deren unerschütterliche Werte zu betonen. Sein Glaube an die heilende Kraft der Literatur hallt auf jeder Seite dieses genussvollen und äußerst bedeutenden Buches wider.
„Wir erhalten ständig Informationen - wo jedoch finden wir das Wissen?“ Das ist die zentrale Frage, mit der der prominente Kritiker Harold Bloom sein Buch über die Bedingungen, Vorteile und Freuden des richtigen Lesens eröffnet. Bloom - der mit seiner unerschöpflichen Leidenschaft für die Literatur seit über vierzig Jahren seine Studenten in leidenschaftliche Leser verwandelt - äußert seine Besorgnis über die gefährlichen Abhängigkeiten, die mit dem Aufkommen digitaler Informationen entstehen, während er zugleich die Verpflichtungen seines eigenen Ansatzes artikuliert, die nichts weniger als die Förderung kritischen Wissens umfassen.
Sein Einwand gegen bereitwillige interpretative Vorschläge, die die Literatur von ihren wesentlichen Kräften entblößen und sie in eindimensionale ideologische Schemata einfangen, bildet den Untergrund dieses Buches, ist jedoch nicht das Hauptziel. Bloom glaubt leidenschaftlich an den Wert der Literatur und deren erzieherische Rolle in schwierigen Zeiten.
Das Anliegen dieses Buches ist es, die klassischen Texte, sowohl alte als auch neue, neu zu lesen und dabei unsere eigenen Suchen nach ihnen sowie die Autonomie unseres eigenen Urteils zu beanspruchen. Eine Galerie von Autoren und literarischen Figuren durchzieht die Seiten des Buches: von Milton und Shakespeare bis Proust und Toni Morrison, von Don Quijote und Odysseus von Tennyson bis Kapitän Ahab von Melville und Oedipus Rex von Sophokles.
In diesen wagemutigen Geschichten von Widerstand und Nostalgie, Verzweiflung und Überwindung, die Bloom erzählt, ruft vielleicht der größte Kritiker unserer Zeit den einsamen Leser dazu auf, nach einem schwierigeren Vergnügen zu suchen, indem er die Brillen der Massen verlässt. Wenn ein solches substanzielles Treffen von Schreiben und Lesen gelingt, glaubt Bloom, dass die große Literatur dem Leser viel zu bieten hat: Sie wird Licht auf vergessene und unbekannte Teile seiner selbst werfen und ihm helfen, die Welt mit einem neuen, klaren Blick zu gewichten.
[Auszug aus dem Text auf dem Rückcover der Ausgabe]
Hersteller
- Autor
- Harold Bloom
- Verleger
- Typothito
- Genre
- Linguistische Bücher, Bücher über das Schreiben
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 341
- Veröffentlichungsdatum
- 2004
- Abmessungen
- 16x23 cm
- Ursprünglicher Titel
- Wie man liest und warum
- Sprache
- Griechisch
- ISBN-13
- 9789604021796
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