Naipaul ist zweifellos ein besonderes Phänomen in der modernen Prosa, da er die große Tradition der englischen Sprache mit dem "einheimischen" Denken und Schreiben eines kleinen Landes verbindet. Dadurch wird er zum Vermittler zwischen dem Kleinen und dem Großen (und das Große ist nicht mehr nur die englische, sondern in der Ausdehnung die Weltliteratur), und bereichert beide Seiten mit den Botschaften, die er von der einen zur anderen transportiert.
Indem er die Grenzen seiner Heimat Trinidad überschreitet, gelingt es ihm, ein Bild der Psyche und des Lebens seines Heimatlandes mit Humor, Ironie und Liebe zu zeichnen. Ein Bild, das ganz und gar nicht folkloristisch ist, sondern voller philosophischer Kritikkraft.
Ein effektives Werkzeug von Naipaul zur Darstellung dieses Bildes ist sein persönlicher Stil. Besonders in diesem Buch (mit der langen Novelle und den Kurzgeschichten), das sich ausschließlich mit der "Insel" und ihren Menschen beschäftigt, tendiert der Stil zu einer Abstraktion und einer filmischen Direktheit, indem er die Ornamente abwirft und die Gesichter sowie die Kräfte, die sie zu Handlungen treiben, nackt hält.
Hersteller
- Autor
- V. S. Naipaul
- Verleger
- Glaros
- Ursprünglicher Titel
- Eine Flagge auf der Insel
- Typ
- Prosa
- Abdeckung
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 130
- Veröffentlichungsdatum
- 1984
- Abmessungen
- 14x21 cm
- ISBN-13
- 9789602752517
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