Am symbolischen Schwelle zum Ende des 20. Jahrhunderts, durch den Nachgeschmack und die Melancholie eines Orgiens, die von den vielfältigen Revolutionen, den Errungenschaften der Technik und Genetik, der Explosion der Informatik und der Unvorhersehbarkeit der wirtschaftlichen Schwankungen hinterlassen wurden, bedarf es einer Erklärung für die Natur extremer Phänomene: AIDs, Crashs, Computer-Viren, Klonierungen stellen die extremen Phänomene dar, gegenüber denen der gesunde Menschenverstand der Systeme keine Gültigkeit hat und die sich umso mehr verfestigen werden, je ausgeklügelter unsere Systeme sind.
Die Informatik- und Genetikrevolution konfrontiert das Individuum nicht mehr mit dem anderen, sondern mit sich selbst. Das Individuum ist nun das Antigen seines eigenen Selbst durch eine plötzliche Umkehrung des immunologischen Prozesses, durch die Zertrümmerung seines Codes, durch die Zerstörung seiner Abwehrkräfte.
Alles versucht, die Heterogenität durch eine aseptische Verbreitung der Kommunikation zu neutralisieren, durch die Illusion von Transaktion und Kontakt. Die Kommunikation zwingt die Gesellschaft dazu, allergisch gegenüber sich selbst zu werden. Die Transparenz gegenüber dem Informationalen und Gouvernementalen macht den Körper allergisch gegenüber sich selbst. Wir verbannen die Heterogenität, aber der Geist ihrer kehrt als Selbstzerstörung zurück.
In der Sprache von Jean Baudrillard ist dies die Transparenz des Bösen.
„Was immer die Funktion des Menschen von der der Maschinen, selbst von den intelligentesten, unterscheiden wird, ist der Rausch der Funktion, das Vergnügen. Was glücklicherweise noch außerhalb der Möglichkeiten des Menschen liegt, ist die Erfindung von Maschinen, die Vergnügen empfinden. Vielfältige künstliche Gliedmaßen können dem Menschen beim Vergnügen helfen, aber es ist unmöglich, eine solche zu erfinden, die anstelle des Menschen Vergnügen empfindet […]. Um so etwas zu erreichen, müssten die Maschinen eine Idee des Menschen erfassen, sie müssten den Menschen erfinden können, aber dafür ist es für sie zu spät, es ist der Mensch, der sie erfunden hat.“
Jean Baudrillard
Hersteller
- Autoren
- Jean Baudrillard, Zan Mpontrigiar
- Verleger
- Plethron
- Typ
- Logik, Soziologie
- Sprache
- Griechisch
- Untertitel
- Aufsatz über extreme Phänomene
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 208
- Veröffentlichungsdatum
- 2/2019
- Veröffentlichungsdatum
- 2019
- Abmessungen
- 14x21 cm
- ISBN-13
- 9789603483229
Wichtige Informationen
Spezifikationen werden von offiziellen Hersteller-Websites gesammelt. Bitte überprüfen Sie die Spezifikationen, bevor Sie Ihren endgültigen Kauf tätigen. Wenn Sie ein Problem bemerken, können Sie melden Sie es hier