Ziel dieses Buches ist es, zu den Anfängen des Nationalen Bruchs zurückzukehren und die politische sowie ideologische Prägung der beiden Lager hervorzuheben. Die Tiefe und Intensität des nationalen Konflikts resultierten aus inneren Angelegenheiten, die das Erbe der Militärbewegung von 1909 waren, vor allem aber aus geopolitischen Drucksituationen, die die griechische politische Klasse nicht zu bewältigen vermochte. Die sozialen und regionalen Dimensionen des Nationalen Bruchs waren nicht vorbestimmt. Der Bruch war nicht auf strukturelle Einschränkungen von Klassen- oder anderer Natur zurückzuführen, sondern auf den Verlauf und die Dynamik der Ereignisse von 1915 bis 1918. Die Festigung des Bruchs ab 1922 und danach sowie seine Verknüpfung mit bestimmten sozialen Gruppen und Regionen, wie dem Alten Griechenland und den Neuen Ländern, den Einheimischen und den Flüchtlingen, waren auf die falsche Handhabung der Katastrophe von Kleinasien, also die Durchführung der Sechs, sowie auf die anhaltenden militärischen Interventionen zurückzuführen. Diese waren mit dem Bruch verbunden und förderten ihn. Sie deuteten auf das Fehlen einer Einigung über die Spielregeln hin und auf das Bestehen etablierter Interessen, um den Bruch und den Teufelskreis aus Vergeltung und Gegenvergeltung aufrechtzuerhalten.
Auf diese Weise entwickelte sich die normale Differenzierung zwischen einer konservativen und einer liberalen reformorientierten Fraktion, die in vielen europäischen Ländern zu finden ist, zu einem zwanzigjährigen Konflikt ohne verfassungsrechtliche und politische Grenzen. In knapper und prägnanter Weise beschreibt Sotiris Rizas eine Epoche, die die Geschichte Griechenlands prägte und deren Folgen jahrzehntelang spürbar waren.