Wenn es schwierig ist, den Ausgangspunkt einer gemeinsamen europäischen Welt zu datieren, so war das zusammenbrechende Römische Reich sicherlich ihr Schmelztiegel. Zu Beginn des Mittelalters war Europa bereits geteilt zwischen dem östlichen Reich, das mit Byzanz ein Jahrtausend lang fortbestehen würde, und dem westlichen, das durch die großen Völkerwanderungen aufgelöst wurde und zahlreichen barbarischen Staaten mit fließenden Grenzen Platz machte. Die Zersplitterung würde sich mit der dauerhaften Ansiedlung und territorialen Bildung von Völkern festigen, aus denen nach dem 14. Jahrhundert die modernen Nationalstaaten hervorgehen würden. Die Versuche mächtiger Herrscher (von Justinian und Karl dem Großen bis zu Karl V.), die verlorene kaiserliche Einheit wiederherzustellen, würden von Bemühungen abgelöst, den Kontinent unter der Dominanz einer Nation zu vereinen (unternommen von Philipp II., Ferdinand II., Napoleon). Diese hegemonialen Unternehmungen stoßen jedoch immer auf den Widerstand anderer Völker und Nationen, die ein europäisches Gleichgewicht begünstigen. Paradoxerweise verhindert die Zersplitterung nicht das Entstehen einer europäischen Identität, die bereits im Mittelalter auf der einen Seite auf der griechisch-römischen Kultur basiert, die Europa das griechische Denken, römische Staats- und Gesetzgebungsmodelle und die Vision eines universellen Reiches vererbt, und auf der anderen Seite auf der christlichen Religion, die durch die Kirche als kohäsives Element der Gesellschaften erscheint. Diese gemeinsame Identität wird durch eine Reihe von Entwicklungen belegt, die Grenzen ignorieren: barbarische Invasionen, Schrumpfung und dann Ausweitung des Austauschs, umfangreiche Rodungen, Vitalität der Grundherrschaft, Übergang von Handwerk zu Industrie, Papsttum, Orthodoxie und Häresien, Protestantische Reformation und Römisch-katholische Gegenreformation, philosophische Bewegungen des Humanismus und der Aufklärung, künstlerische Strömungen der Renaissance, des Barock und des Klassizismus, Etablierung des wissenschaftlichen Geistes, Ausstrahlung der Ideen der Französischen Revolution... Neben dem Europa der Staaten bildet sich ein Europa der Kaufleute, Bankiers, Mönche, Künstler oder Gelehrten, das an der Schwelle des 19. Jahrhunderts die Türen zur Zukunft öffnet. [Auszug aus einem Verlags- oder Editionstext]
Hersteller
- Autoren
- Serge Berstein, Pierre Milza
- Verleger
- Alexandreia
- Skroutz Buchpreise 2025
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- Akademisch
- Motiv
- Weltgeschichte, Byzanz, Römisches Reich, Wissenschaft der Geschichte, Geschichte Europas
- Zeitraum
- Mittelalter
- Sprache
- Griechisch
- Abdeckung
- Leder
- Anzahl der Seiten
- 559
- Veröffentlichungsdatum
- 3/2016
- Veröffentlichungsdatum
- 2016
- Abmessungen
- 17x25 cm
- ISBN-13
- 9789602211427
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