Die bahnbrechende und mittlerweile klassische Studie von Michael Herzfeld über die Sitten, Praktiken und das Alltagsleben einer traditionellen Berggemeinschaft in Kreta, die heute, drei Jahrzehnte später, im Mittelpunkt einer umstrittenen Diskussion steht. "Es ist an der Zeit, dass die 'Glentioten' lesen können, was ich über ihr Dorf, ihr Leben und die Werte, die ihren Alltag prägen, in ihrer eigenen Sprache geschrieben habe (wenn nicht - aus offensichtlichen Gründen - in dem reichen Dialekt, der nach wie vor ein bedeutendes Trägermedium ihrer Auffassungen ist).
Ebenso wichtig ist, dass Griechen, die die bergbewohnenden Kreter nicht kennen, sondern nur durch Verzerrungen und Vorurteile, die leider die Art und Weise geprägt haben, wie sie in den Massenmedien dargestellt werden, nun einen völlig anderen Eindruck gewinnen können... Das Dorf, das ich auf diesen Seiten beschreibe, steht seit einigen Jahren im Zentrum eines Sturms von Anschuldigungen und Missverständnissen, bis zu dem Punkt, dass es mittlerweile zum Symbol und zur Metapher für Kriminalität und Gewalt geworden ist... Wer auch nur oberflächlich mit diesem speziellen Fall vertraut ist, könnte leicht zu einem eher zutreffenden Schluss über die Identität des Dorfes kommen. Aber der Zweck eines wissenschaftlichen Buchs über Ethnologie ist es nicht, Skandale und Verbrechen aus Gründen der Verleumdung oder bloßen Unterhaltung aufzudecken. Vielmehr möchte es die Prinzipien und Bedingungen hervorheben, die den Alltag der Menschen regeln, deren Auffassung von Gerechtigkeit und Richtigkeit eine historisch verwurzelte Anpassung an ihren Raum und seine politischen und kulturellen Besonderheiten ist.
Michael Herzfeld (aus dem Vorwort zur griechischen Ausgabe) "Die kretischen Bergbewohner sind besonders bekannt für ihren starken Widerstand gegen die türkische Herrschaft und später gegen die deutsche Besatzung. Ihre Werte, die schön in dem Zitat von Kazantzakis ausgedrückt werden: 'Ich hoffe auf nichts, ich fürchte nichts, ich bin frei', machten sie zu Helden in Zeiten, in denen solche Tugenden in einem Griechenland, das darum kämpfte, sich von der fremden Herrschaft zu befreien, gepriesen wurden. Heute begegnen sie unvermeidlich dem finsteren Blick ihrer Kritiker. Die kretischen Hirten werden als 'Ziegenräuber und Messerstecher' verspottet, Überbleibsel eines für einen modernen Staat skandalösen Primitivismus.
Die hervorragende, einfühlsame ethnografische Studie von Herzfeld über das fiktive Dorf Glenti, eine Berggemeinschaft im zentralen Kreta, befasst sich genau mit diesen Merkmalen und den Arten und Weisen, wie sie von den Bewohnern erlebt und reproduziert werden." (Olivia Harris, Times Higher Education Supplement) "Ein wichtiges Buch, und nicht nur für diejenigen, die sich speziell für Griechenland und das Mittelmeer interessieren. … Forscher zum Geschlecht, zur Rhetorik, zu ländlichen Themen, zur Semiotik, zur Folklore - werden hier großes Interesse finden." (William G. Lockwood, Journal of Modern Greek Studies) "Diese solide und stilistisch begabte Studie untersucht mit tiefem Verständnis die Arten und Weisen, wie die kretischen Hirten ihrer Existenz in einem Land Würde verleihen, in dem ihre soziale Stellung niedrig ist." (Peter Loizos, The Times Literary Supplement) "Einige der faszinierendsten Beschreibungen, die die Seiten der Anthropologie zieren..." (Wendy A. Weiss, Anthropological Quarterly)
Hersteller
- Autor
- Michael Herzfeld
- Verleger
- Alexandreia
- Ursprünglicher Titel
- Die Poetik der Männlichkeit
- Typ
- Anthropologie - Ethnologie, Soziologie, Volkskunde, Kultur
- Sprache
- Griechisch
- Untertitel
- Wettbewerb und Identität in einem Bergdorf auf Kreta
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 375
- Veröffentlichungsdatum
- 11/2012
- Veröffentlichungsdatum
- 2012
- Abmessungen
- 17x24 cm
- ISBN-13
- 9789602215579
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