Seitdem das politische Leben in Griechenland "skopiert" wurde und in Nordmazedonien "bucelisiert" wurde, wurde das traditionelle "Mazedonische Problem", einst das schwierigste Thema in den Prüfungen der diplomatischen Akademien, beiseitegeschoben. Es wurde nicht vergessen, sondern die Ebene der Diskussion und die Terminologie haben sich verändert. Das drängende Thema heute ist das Nutzungsrecht des reichen antiken mazedonischen Erbes, ein Thema, das untrennbar mit dem endgültigen Namen Nordmazedoniens verbunden ist.
Im Kern sind die neuesten Entwicklungen jedoch keine Innovation. Diese Studie zeigt, dass die Verhandlung über die Begriffe und Identitäten seit dem 19. Jahrhundert den zentralen Achsen des Mazedonischen Problems bildete. Es wird auch deutlich, dass die Historiographie des Problems Teil des gesamten Problems ist. In jeder Epoche erzeugten die betroffenen Länder, Parteien oder verschiedene Interessengruppen ihre eigene Literatur nach nationalen oder politischen Kriterien.
Der Stift war ihr Schwert, wenn das Schwert im Gehänge ruhte. Diese Zweckmäßigkeiten sind in der Tat viel deutlicher als die wissenschaftlichen Ansprüche. Offensichtlich diente das, was über Mazedonien geschrieben wurde, nicht ausschließlich der Geschichte, aber das bedeutet nicht, dass die Geschichte Mazedoniens eine historische Sackgasse oder ein von vornherein verlorenes Unterfangen ist. Die sorgfältige Untersuchung der historiographischen Landschaft, die hier versucht wird, ist vielleicht der sicherste erste Schritt für mutige Forscher.
Wie diese Studie zeigt, war die Verhandlung über die Begriffe und Identitäten sowie das Nutzungsrecht des antiken mazedonischen Erbes seit dem 19. Jahrhundert der zentrale Achsen des Mazedonischen Problems, und die betreffende Historiographie ist Teil des gesamten Problems. Das bedeutet nicht, dass die Geschichte Mazedoniens eine wissenschaftliche Sackgasse darstellt, sondern dass die sorgfältige Untersuchung der historiographischen Landschaft der erste Schritt für eine mutige Untersuchung ist.
Ausgangspunkt ist die Feststellung, dass das Mazedonische Problem aus diplomatischer Sicht nicht zeitlos einheitlich ist, sondern als ein scheinbar kompaktes Wissensobjekt erscheint, dank der beständigen Auseinandersetzung mit der Identität der Mazedonier. Folglich verschiebt sich die historische Frage von der Suche nach der "wirklichen" Identität hin zur Identifizierung von Faktoren, die diese Auseinandersetzung über 150 Jahre hinweg aufrechterhielten.
Solche Faktoren sind die historische Verzögerung der staatlichen Organisation und Diplomatie, die geografische Unbestimmtheit des mazedonischen Raums, das Fehlen eines einheitlichen Wirtschaftsraums, die angespannte kulturelle Arbeitsteilung in der Region, die hastige Gründung der modernen Balkan-Nationalstaaten nach westlichen Mustern. Diese Studie untersucht diese Faktoren und deren Konsequenzen und wird von ausgewählter Literatur und einem Zeitstrahl des Mazedonischen Problems begleitet.
Hersteller
- Autor
- Vasilis K. Gounaris
- Verleger
- Alexandreia
- Untertitel
- Historiographische Ansätze
- Anzahl der Seiten
- 158
- Veröffentlichungsdatum
- 4/2010
- Veröffentlichungsdatum
- 2010
- Abmessungen
- 15x21 cm
- Sprache
- Griechisch
- Umschlag
- Gebundene Ausgabe
- Geopolitische Region
- Griechenland & Zypern, Europa
- ISBN-13
- 9789602214688
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