"Sein ganzes Leben bestand nur aus endlosem Warten in einer verlassenen Telefonzelle vor dem Hörer eines Telefons, von dem aus er nirgendwo anrufen konnte." Doch er schafft es von dort zu entkommen, hauptsächlich dank der Poesie. Denn er ist ein Dichter. Seine Mutter, die sein Leben schon vor seiner Geburt lenkte, gibt ihm den Namen Yaromil, "was derjenige bedeutet, der den Frühling liebt oder von dem Frühling geliebt wird".
Yaromil wächst auf und trägt die mütterliche Liebe als Zeichen auf seiner Stirn, die "die Sympathie seiner Klassenkameraden" in der Schule abstößt, er ist endlos allein, unbeholfen im Umgang mit Mädchen. Und er sucht verzweifelt nach Reife und Anerkennung, durch die Poesie, aber noch mehr durch das Leben. So gerät er in die Zeit, die frühen kommunistischen Jahre in der Tschechoslowakei - wo er, dem gemeinsamen menschlichen Schicksal folgend, im Nebel wandelt, wie Kundera es später in seinem "Verratenen Testament" formuliert.
Im Nebel wird Yaromil nicht nur zum Ausdruck der neuen Ära und des Regimes, sondern er wird auch zum Verräter. Denn er sucht immer das Leben, das immer anderswo ist, als dort, wo er es sucht. Genauso wie es anderswo war für Shelley, Rimbaud, Lermontov, Mayakovsky.
Kindheit, Mutterschaft, Revolution, die Poesie selbst, tabuisierte Werte, werden von Kunderas ironischem Blick und Humor methodisch erodiert, aber ohne dabei an Zärtlichkeit und sogar Emotion zu fehlen, da sie aus dem tiefen Verständnis für das menschliche Schicksal geboren werden, das das gesamte Werk des Autors auszeichnet.
Hersteller
- Autor
- Milan Kundera
- Verleger
- Vivliopoleion tis Estias
- Verlage
- Elias Verlag
- Typ
- Klassische Literatur
- Abdeckung
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 413
- Veröffentlichungsdatum
- 2008
- ISBN-13
- 9799600511320
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