Dieser Band vereint eine Einführung in das Konzept des Theaters mit drei fundierten und kritischen Einführungen in die drei vorherrschenden Theorien der Analyse des Theaterphänomens heute: die semiotische, die anthropologische und die phänomenologische Methode.
Es handelt sich um drei organisierte, ergänzende Ansätze, von denen keiner für sich alleine das Problem lösen kann, und auch die drei zusammen vermögen nicht, das komplexe Phänomen, das Theater genannt wird, umfassend zu analysieren. Sie sind zwangsläufig komplementär, denn, wie sich zeigt, birgt jede für sich selbst auch die unerwünschten Gefahren der Einseitigkeit: Die Semiotik kann das Theater zu einem Mittel zur Übertragung von Informationen oder, im besten Fall, zu einer Kommunikation vom Typ der Schönheitsantwort werden lassen, die Anthropologie, obwohl sie mit der Frage nach der Herkunft des Theaters begann, kann die darstellende Kunst als eine darstellende Aufführung unter vielen anderen (Fußballspiele, Wahlkampf, Ereignisse aller Art) ansehen - und beide Methodologien übersehen auf brutale Weise die Ästhetik der Kunst des Dionysos - und die Phänomenologie, mit ihrem Drang nach Erfahrung und der Substantialität der Aufführung als autarkes Ereignis, die allein Schauspieler und Zuschauer hervorbringt, kann zu einer Art Metaphysik des Theaters werden.
Dennoch überraschen die fragmentarischen Ergebnisse dieser Methodologien, die selbst in kombinierter Anwendung die Rätsel der Komplexität der Theaterkunst nicht vollständig entwirren, nicht. Dies geschieht auf ähnliche Weise auch bei anderen komplexen Phänomenen der menschlichen Kultur, obwohl diese Komplexität im Theater besonders offensichtlich ist, denn die darstellende Kunst rekreiert eine ganze Welt mit den gleichen Mechanismen der Gesellschaft und den gleichen Mitteln der menschlichen Kultur.
Erfahrungen sind komplex und lassen sich nicht leicht analysieren; dennoch bilden sie unser Bewusstsein. Es ist wie das Erleben der Schönheit: Schönheit lässt sich nicht analysieren; ihr Unbegreifliches hindert uns jedoch nicht daran, sie zu genießen. So scheint auch das Theater, trotz all der theoretischen Bemühungen, mit seinem Mysterium bestehen zu bleiben, um uns immer wieder mit seinen unendlichen Varianten und Formen anzuziehen und uns in ein lebendiges Erlebnis zu ziehen, das ein charakteristisches Merkmal hat: Egal, was du tust und wie du reagierst, es lässt dich nicht gleichgültig.
Hersteller
- Autor
- Walter Puchner
- Verleger
- Ekdoseis Papazisi
- Sprache
- Griechisch
- Untertitel
- Kritische Betrachtungen zu den Theorien des theatralen Phänomens: Die semiotische Methode, die anthropologische Methode, die phänomenologische Methode
- Umschlag
- Leder
- Anzahl der Seiten
- 626
- Veröffentlichungsdatum
- 12/2010
- Veröffentlichungsdatum
- 2010
- Auszeichnung
- -
- Abmessungen
- 14x21 cm
- Künstlerische Strömung
- Modernismus
- Alben
- Ja
- Themen
- Kino, Theater, Theorie & Kunstgeschichte
- ISBN-13
- 9789600224689
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