Die Schülergleichgültigkeit scheint eine einzige Manifestation eines allgemeineren Lebensstils und der Teilnahme des modernen Individuums am sozialen Leben zu sein. Es handelt sich um ein Individuum, das begrenzt und gefangen im Rollenverständnis des einfachen Verbrauchers fertiger Waren ist, sowie um einen Lebensstil, der durch starke Entfremdung und große Defizite an psychischer Teilnahme und kreativer Intervention in die eigene Welt gekennzeichnet ist.
Die Gleichgültigkeit, die das Kind beim Unterricht in der Schule empfindet, stellt in diesem Sinne ein strukturelles Element des Schulsystems dar und nicht nur ein einfaches Symptom von Fehlern oder Unzulänglichkeiten in seiner Organisation. Es ist die natürliche Reaktion des Kindes auf die Verpflichtung, an einer Aktivität teilzunehmen, die es als nicht wesentlich und bedeutungsvoll empfindet.
Außerdem kann man leicht erkennen, dass, während die Aufmerksamkeit vom theoretischen ins praktische Feld verlagert wird, die Interpretation – sowohl des Beobachters als auch hauptsächlich der direkt an der schulischen Alltagswelt Beteiligten – darüber, was in der Schule geschieht, den Fokus von der strukturellen Kausalität auf die individuelle Pathologie und Verantwortung ändert. Auf diese Weise werden die sozialen Ursprünge und sozialen Auswirkungen des Problems verdeckt und es wird zumindest Toleranz gegenüber den entfremdenden institutionellen Regelungen gesichert, die weiterhin Langeweile erzeugen und die Schüler an ein Leben ohne Sinn gewöhnen.
In der Schülergleichgültigkeit fasst sich die gesamte Pathologie des Bildungssystems zusammen, sowie die Art und Weise, wie soziale Pathologie in individuelle umgewandelt wird. Es handelt sich um einen grundlegenden Ausdruck der bürgerlichen Hegemonie im Kontext der Schule, in deren Kern die Entsozialisation des Sozialen steht, die Abstraktion allen sozialen Inhalts aus der Art und Weise, wie der Mensch und seine Welt wahrgenommen werden.
Die theoretische Annäherung an die Schülergleichgültigkeit, die in den ersten drei Kapiteln erfolgt, wird durch die Schlussfolgerungen einer entsprechenden Forschung ergänzt, die in einem vierten Kapitel präsentiert wird.
Hersteller
- Autor
- Ilias I. P. Daskalakis
- Verleger
- Oselotos
- Sprache
- Griechisch
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 358
- Veröffentlichungsdatum
- 30/08/2021
- Veröffentlichungsdatum
- 2021
- Abmessungen
- 16x23 cm
- Auszeichnung
- -
- Für
- Sonderpädagogen
- Bildungsstufe
- -
- ISBN-13
- 9786182051450
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