In den kalbischen Studien folgt die Forschung und die Kritik an den Oden bis heute hauptsächlich einer griechisch-zentrierten Richtung. In der überwältigenden Mehrheit schenken die Scholar:innen dem Andreas Kalvos bewundernde Kenntnisse und eine bemerkenswerte Ausnutzung der altgriechischen Literatur und eine unvergleichliche philologische Tiefe, während sie die häufige Abweichung des kalbischen Idioms von der griechischen hinsichtlich der Bedeutungen der Wörter sowie der grammatischen und syntaktischen Regeln als Ausdruck poetischer Kühnheit interpretieren.
In dem vorliegenden Buch wird die herrschende Auffassung in Frage gestellt und die Forschung über die Sprache, die Poesie und die philologischen Leistungen von Kalvos auf neue Grundlagen gestellt. Die Feststellung einer Vielzahl von Italienismen in der Sprache des zakynthianischen Dichters, die Überprüfung seiner italienischen Vorbilder und die Hervorhebung schwerwiegender Schwächen seiner sprachlichen und philologischen Ausbildung belegen die zentrale These des Buches, dass die Poesie von Kalvos einen primären intertextuellen Dialog nur mit der italienischen Poesie führt, durch die die altgriechische und lateinische Literatur aufgenommen wird.
Die Betrachtung der Oden aus diesem Blickwinkel mindert nicht deren Bedeutung und ästhetischen Wert, zeigt jedoch die Notwendigkeit auf, die Forschung hinsichtlich ihrer Quellen und der Voraussetzungen ihrer Entstehung neu auszurichten. Denn je mehr wir über diese Poesie wissen, desto besser verstehen wir sie.
Hersteller
- Autor
- Michail Paschalis
- Verleger
- Panepistimiakes Ekdoseis Kritis
- Sprache
- Griechisch
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 320
- Veröffentlichungsdatum
- 10/2013
- Veröffentlichungsdatum
- 2013
- Abmessungen
- 14x21 cm
- ISBN-13
- 9789605244033
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