Ein Alarmzeichen hallt durch das gesamte Buch von seinen ersten Seiten an; das Signal, das Kafka gesetzt hat und das bis zu unseren unruhigen Tagen in dieser Welt widerhallt. Ein Zeichen, das seit hundert Jahren durch revolutionäre Überfälle am Himmel und düstere Abstiege in den Hades aufsteigt, wie eine unhörbare Musik.
Musik aus Orten der Vernichtung, Musik aus dem Nichts, Musica ex Nihilo: die Forderung nach einer grenzenlosen, bedingungslosen Gerechtigkeit, jenseits von Gesetzen und normativen Mustern. Das Hören des Ungehörten suchen die Texte des Buches. Die Musik der Stille in Kafkas Werk, die gegen das stille Lied der Sirenen der Zerstörung kämpft. Die Stimme der Stimmlosen in den nationalsozialistischen Vernichtungslagern, aber auch der Kinderchor, der die beethovensche `Ode an die Freude` in Auschwitz singt.
Die harte, stählerne Stimme von Jean Amery, die eine Gerechtigkeit der Vernichteten über das Recht der Vergeltung fordert. Den stillen Kummer in den Bildern von Maus, dem klassischen Comicbuch von Art Spiegelman. Das Erfordernis des Lebens, eines anderen Lebens, in den künstlerischen Arbeiten der psychisch leidenden der Prinzhorn-Sammlung und in der fotografischen Kunst der Entzugshelden von 18 ANO.
Denn das Erfordernis des Lebens kann nicht vom Erfordernis der Gerechtigkeit getrennt werden, unversöhnlich gegenüber jedem Tod. Wenn wir ihnen zuhören, zeigen uns Dichter wie William Blake und Dionysios Solomos, und in unserer Zeit Nikos Karouzos und Hector Kacnavatos, dies. Vieles könnte uns ein neuer, nicht platonischer Dialog mit Platon und seiner `Republik` lehren, aber auch das undogmatische neue Treffen mit Marx und Trotzki.
Das Ziel ist das Eindringen in die Natur unserer eigenen Übergangszeit und die Entdeckung des Horizonts, der im Dunkel verborgen liegt, das Protagonistentum einer Welt, die kommt. Einen solchen prophetischen, klaren Blick auf unsere Zeit hatte ein Dichter wie K. P. Cavafy in ihren Anfängen. Das Strahlen des verborgenen Horizonts kann die künstlerische Poetik des Lichts von Stephen Antonakos zeigen.
Und die kommende Welt, wie die Welt Lantomir von dem zukünftigen Dichter der Oktoberrevolution Velimir Khlebnikov, wird alle Machtbeziehungen zwischen Menschen auslöschen und die gesamte Macht dem sternenübersäten Himmel geben. Die Musik aus dem Nichts sagt, dass der letzte Feind siegen wird. Wie das Buch der Sprüche sagt, `die Gerechtigkeit rettet vor dem Tod`.
Hersteller
- Autor
- Savvas Michail
- Verleger
- Agra
- Sprache
- Griechisch
- Untertitel
- Essays über Poesie, Leben, Tod und Gerechtigkeit
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 320
- Veröffentlichungsdatum
- 12/2013
- Veröffentlichungsdatum
- 2013
- ISBN-13
- 9789605051075
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