Der Prozess des Erzählens ist, wie Gérard Genette gezeigt hat, auf der Grundlage der grundlegenden Unterscheidung zwischen der `Zeit der Geschichte`, also der physischen Abfolge der Ereignisse, und der `Zeit des Erzählens` strukturiert, die als `die Folge der sprachlichen Zeichen, die diese Ereignisse repräsentieren`, wahrgenommen wird.
Der zentrale Punkt zum Verständnis der Erzählung als Prozess ist die Entschlüsselung des Begriffs `Diskurs`. Als `Diskurs` wird nicht nur die Formulierung der Rede verstanden, sondern gleichzeitig auch ein `Wissenskorpus` und zusätzlich ein `System strategischer Kommunikation`, mit denen die Träger dieser Rede Macht ausüben. Auf dieser Basis verliert jedoch der `Diskurs` seine `Objektivitä`, verliert also die Fähigkeit, die Realität unmediiert zu beschreiben, da er `subjektiv` formuliert wird - ein Begriff, der hier wörtlich genommen werden muss - als die Rede der sozialen Subjekte, die ihn äußern.
Die Historiografie als wissenschaftliche Tätigkeit kann nicht von dem Prozess des Erzählens ausgeschlossen werden. Und dies betrifft nicht nur das Schreiben als repräsentativen Prozess der Vergangenheit; es betrifft in erster Linie die Zusammensetzung der Quellen als `Diskurse`: Sei es gedrucktes Archivmaterial diplomatischer oder anderer staatlicher Dienste, sei es Material, das von anderen offiziellen sozialen Institutionen stammt (z. B. politischen Parteien, Zeitungen usw.), oder auch mündliches Material oder schließlich die materielle Zusammensetzung des sozialen Raums selbst (z. B. Denkmäler).
Dieses Material wird als Erzählung durch die `Diskurse` gebildet, die die sozialen Subjekte formulieren. Die historiografische Erzählung ist daher gebunden an eine Reihe von Mediationen, die einerseits von ihrem eigenen `empirischen Material`, andererseits von der Perspektive des Historikers ausgehen. Diese Problematik bezüglich der Funktion des `Diskurses` auf allen Ebenen der historiografischen Erzählung versuchen die Essays dieses Bandes zu spezifizieren und zu bearbeiten, anlässlich der `Diskurse`, die formuliert wurden - und weiterhin formuliert werden - zur entscheidenden Dekade der 1940er Jahre.
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- Autoren
- Loukianos CHasiotis, Ilias G. Skoulidas, Giorgos Andritsos, Vasilis K. Dalkavoukis, Vagelis Tzoukas, Katerina TH. Tsekou, Vasilis Ritzaleos, Giorgos Niarchos, Kostas Tsivos, Eleni Paschaloudi, Ioannis Filandros, Vasiliki Lazou, Panagiotis P. Spyropoulos, Petros Papapolyviou, Antonis Klapsis, Menelaos CHaralampidis, Ariadni Antoniadou, Argyris Mamarelis, Stefanos Katsikas, Peter Siani - Davies, CHrysa Giannopoulou, THodoris Kouros
- Verleger
- Epikentro
- Untertitel
- Vom Diskurs des Besatzungsstaates zur postmodernen Historiographie
- Anzahl der Seiten
- 434
- Veröffentlichungsdatum
- 2/2012
- Veröffentlichungsdatum
- 2012
- Abmessungen
- 17x24 cm
- Sprache
- Griechisch
- Umschlag
- Weich
- Geopolitische Region
- Griechenland & Zypern, Europa
- ISBN-13
- 9789604582891
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