Nachwort: Der christologische Hintergrund in den Märchen von Oscar Wilde: Was könnten uns heute diese beiden, in vielerlei Hinsicht lehrreichen Geschichten von Wilde vermitteln? Ich möchte anmerken, dass mein Ansatz aus der Perspektive der Theologie stammt und dies bitte nicht als einschränkend betrachtet werden sollte. Auch wenn die Theologie in dieser Hinsicht nicht immer überzeugend sein konnte, ist ihr wesentliches Merkmal der kreative Dialog mit der kulturellen Realität - die zeitlosen (künstlerischen und anderen) Werke von gestern und die bemerkenswerten Werke von heute.
Deshalb muss sie sich für die Lektüre solcher Werke öffnen, die sie als künstlerische Dinge nutzen, da sie selbst - als Kunst - nicht außerhalb der menschlichen Sprache und ihrer vielfältigen Ausdrucksformen zum Ausdruck kommen kann. Folglich ist die Literatur ein Raum, der in der Lage ist, die Theologie zu bereichern, indem sie ihre Fähigkeit unter Beweis stellt, das Gute und Schöne aus der Kultur zu übernehmen. Gleichzeitig kann die künstlerische Sensibilität gegenüber den (zeitlosen) Pathologien der Gesellschaft auf die humanitäre, geschulte Sensibilität der Theologie treffen und so kann Letztere ihre Worte regenerativ anreichern, indem sie sie in relevantere, innovative und menschliche Aussagen verwandelt.
Auf der ersten Ebene kann man von einer Leihe der Theologie von der Literatur sprechen; doch wenn wir tiefer gehen, handelt es sich um die Unterscheidung der Gaben, die die Theologie und die Kirche als eigene geniessen, trotz der häufigen Abtretung dieser an den Altar jeglicher 'Weltlichkeit', die sie von ihrem Leib und ihrem Blut trennt: das Geheimnis der Fleischwerdung des Wortes. Es geht um das Wort des göttlichen Wortes und das führt uns assoziativ, aber vollkommen natürlich, zum Hintergrund der beiden Geschichten, die uns Wilde vor fast anderthalb Jahrhunderten erzählte, während er immer noch ebenso zeitgemäß und anschaulich bleibt.
Denn ich habe das starke Gefühl, dass die Geschichte von Jesus, dem fleischgewordenen Wort Gottes, das ein unvergleichliches Beispiel von Entäußerung und Opfer darstellt, die Grundlage ist, auf der die Erzählungen mit bewundernswerter Meisterschaft aufgebaut sind - obwohl man unterschiedliche Akzentuierungen beobachten kann, ist das christologische Muster in beiden Märchen deutlich. Dies ist übrigens auch in den meisten der anderen Geschichten der Sammlung zu beobachten, die sie umfasst, mit dem vielleicht herausragendsten 'Glücklichen Prinzen', der zu Recht auch den Titel dieser Sammlung prägte.
Hersteller
- Autor
- Oscar Wilde
- Verleger
- Armos
- Sprache
- Griechisch
- Thema
- Klassisches Märchen, Abenteuer & Fantasie
- Alter
- ab 6 Jahren Jahre
- Abdeckung
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 72
- Lieblingshelden
- Prinzessinnen & Ritter
- Veröffentlichungsdatum
- 1/2014
- Veröffentlichungsdatum
- 2014
- Abmessungen
- 18x22 cm
- ISBN-13
- 9789605277925
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