«E- e- e- bist du verrückt» sagte Tom und ich wurde mir bewusst, dass er Angst hatte, nachdem er mehrmals stotterte als gewöhnlich. Ich hielt noch immer die Action-Figur von Luke Skywalker über meinem Kopf, bereit, sie den Fluss hinauf zu werfen, gegen die Strömung. Durch den dichten Wald, der sich auf beiden Seiten des Flusses ausbreitete, hörte man einen Schrei, der warnend klang. Es klang wie das Krähen eines Raben. Aber nichts hielt mich auf, weder Todeskünstler noch Raben – ich wollte nur sehen, ob Luke Skywalker schwimmen konnte. Der jetzt durch die Luft schwebte. Die Frühlingssonne war nach unten zu den Baumkronen gesunken, dorthin, wo die Blätter hervorsprangen, und gelegentlich blitzte das Licht auf der Plastikfigur, die sich langsam drehte. Luke schlug mit einem kleinen Platschen auf die Wasseroberfläche – jedenfalls konnte er nicht fliegen. Wir sahen Luke nicht, nur die wirbelnde, sich verändernde Oberfläche des Flusses mit dem hohen Pegel durch die geschmolzenen Eisblöcke, die mich an eine dicke Klammer erinnerten, einen Klammer, der sich zusammen- und auseinanderfaltete und auf uns zukam.
Ich war im vergangenen Herbst nach meinem vierzehnten Geburtstag bei meinen Verwandten in diesem kleinen Drecksloch gezogen und hatte keine Ahnung, was die Scheißkinder in Orten wie Balantain tun, um nicht vor Langeweile zu vergehen. Aber als Tom mir sagte, dass der Fluss jetzt im Frühling furchtbar und gefährlich sei und ihm strikt vom Haus aus verboten wurde, dorthin zu gehen, dachte ich, dass das zumindest ein Ort ist, um anzufangen. Es fiel mir nicht schwer, Tom zu überzeugen, da er wie ich war: ohne Freunde und Mitglied des Parias-Clusters in der Klasse. Früher heute, in einer Pause, erklärte mir Fatso dieses Clan-System, aber er sagte, ich sei in den Clan der Piranhas, und da dachte ich an die Fische, die aussehen, als hätten sie sägeartige Zähne und reißen in wenigen Minuten das ganze Fleisch von einem Stier ab, und es schien mir, als ob das ein sehr bequemer und sorgloser Clan sei.