DER ERZÄHLER, EIN WISSENSCHAFTLER, der durch einen Laborunfall schrecklich entstellt wurde, ist ein Mensch, der sein Gesicht verloren hat und damit die Verbindung zu anderen Menschen. Aus Angst, dass seine sich ständig verschlimmernden Wunden im Gesicht enthüllt werden, wickelt er seinen Kopf in Verbände, versteht aber, dass sein mumifizierter Anblick die Menschen abstößt. Sogar seine Frau wendet sich mittlerweile von ihm ab.
Sein einziger Ausweg, um in die Welt der Menschen zurückzukehren, besteht darin, eine Maske zu schaffen, die so perfekt ist, dass sie nicht erkannt wird. Doch bald merkt er, dass eine solche Maske mehr ist als nur eine einfache Verkleidung, die seine Wunden verbirgt: Sie ist ein anderer Selbst – ein Selbst, das zu allem fähig ist. Indem wir die Erzählung durch das Tagebuch und die Notizen der Hauptfigur verfolgen, ist Das Gesicht des Anderen eine erschreckende, kafkaeske, unerbittliche Reflexion über die Natur, die Identität, die Transformation und den sozialen Exklusion.
In Das Gesicht des Anderen übernimmt Amé die unbarmherzige Untersuchung des Gesichts nicht nur auf der Handlungsebene, sondern auch auf der Formebene, die die Handlung formt, als versuche er, die Haut des Gesichts und die Ausdrücke zu zerreißen. Die Schrift versucht, die psychische Störung des Helden und seine verschwommenen Gedanken einzufangen.
In diesem harten und fesselnden Roman sehen wir das alte, ewige Thema der Identität. Wer ist das wahre Ich und was offenbart es? Verbirgt die Maske die alte Identität oder schafft sie eine neue? Als moderne Version à la Dr. Jekyll und Mr. Hyde hat Das Gesicht des Anderen seit seiner Veröffentlichung kontinuierlichen Erfolg gehabt.
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