Die Welt wird zunehmend homogener. Der stärkste geistige Eindruck von jeder meiner Reisen in den letzten Jahren, trotz aller teilweise glücklichen Überraschungen: Ein schleichender Schrecken vor der Homogenisierung der Welt. Alles wird einheitlich in den äußeren Ausdrucksformen des Lebens, alles wird auf ein homogenes kulturelles Schema nivelliert. Die besonderen Bräuche der Völker werden ausgelöscht, die Kleidung wird angeglichen, die Sitten internationalisiert. Die Länder erscheinen einander ähnlich, das Leben und Handeln der Menschen sind im gleichen Rahmen verankert, ihre Städte immer ähnlicher in ihren äußeren Merkmalen.
Denn wenn die Menschheit heute immer langweiliger und einheitlicher wird, geschieht dies, weil tief im Inneren dies ihr Wunsch ist. Die Autonomie in der Lebensweise, sogar im Genuss des Lebens, ist längst Ziel und Ideal für so wenige Menschen, dass die meisten nicht einmal wahrnehmen, dass sie sich in Partikel verwandeln, in Individuen, die im Strudel einer gewaltigen Kraft mitgerissen werden. Sie lassen sich also von der Strömung mitreißen, die sie ins Nichts führt. „Ruere in servitium“, wie Tacitus sagte, sich freiwillig in die Sklaverei zu stürzen.
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Produktdetails
- Autor
- Stefan Zweig
- Verleger
- Agra
- Untertitel
- -
- Ursprünglicher Titel
- Der Originaltitel
- Sprache
- Griechisch
- ISBN-13
- 9789605056360
Ausgabe
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 40
- Abmessungen
- -
- Veröffentlichungsdatum
- 3/2024
- Veröffentlichungsdatum
- 2024
Inhalt
- Philosophische Strömung/Schule
- Existenzialismus
- Lesestufe
- Akademisch
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