Mit dem Begriff „kognitive Fähigkeiten“ meinen wir die Verarbeitung und das Verständnis komplexer Ideen, die effektive Anpassung an die Umwelt, die Entwicklung verschiedener Formen der Begründung, das Lernen aus Erfahrung und den Umgang mit Hindernissen mithilfe des Denkens. Sie beziehen sich auf die Verarbeitung, Interpretation und den Abruf von Informationen. Kognitive Fähigkeiten sind notwendig für das Lernen, die Weiterentwicklung im Berufsleben, aber auch für die Entwicklung anderer Fähigkeiten.
Sie werden in grundlegende und höhere Fähigkeiten unterteilt. Zu den grundlegenden gehören Aufmerksamkeit, Gedächtnis, das Erwerben und Abrufen von Informationen, organisatorische Fähigkeiten und Analyse, die Transformation dieser Informationen sowie die Wahrnehmung. Die höheren Fähigkeiten sind Problemlösung, Entscheidungsfindung, kritisches und kreatives Denken sowie Metakognition.
Das Profil der kognitiven Fähigkeiten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit DAF ist nicht einheitlich. Es sind große Unterschiede zu beobachten, die auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sind, wie z.B. die Teilnahme des Kindes an Frühinterventionsprogrammen, das familiäre Umfeld, die Exposition des Kindes gegenüber kulturellen Elementen wie Musik, Büchern usw. Die wichtigsten Defizite auf kognitiver Ebene sind die folgenden:
• Defizite in den Fähigkeiten der Theory of Mind.
• Defizite in den exekutiven Funktionen.
• Schwierigkeiten beim Erwerb kritischen und induktiven Denkens, metakognitiver Fähigkeiten und Reflexionsfähigkeiten.
• Schwierigkeiten bei der Generalisierung erworbener Fähigkeiten und der Nutzung von Erfahrungen in neuen Situationen.
• Defizite bei der Entwicklung von Nachahmungsfähigkeiten, wie z.B. Nachahmung von Körperbewegungen, Gesichtsausdrücken, Mundhöhle und sprachlicher Nachahmung.