Der Autor interpretiert dieses allgegenwärtige gesellschaftliche Unbehagen als Folge der Unfähigkeit, negative Erfahrungen zu bewältigen, in einer Zeit, die durch übermäßige Positivität und die ständige, fast unbegrenzte Verfügbarkeit von Menschen und Gütern gekennzeichnet ist. Angst und Erschöpfung sind nicht nur persönliche Erfahrungen, sondern auch soziale und historische Phänomene.
Indem er eine Kritik an einer Welt übt, in der jede Haltung, die gegen den Mainstream gerichtet ist, zu einer noch stärkeren Schwächung des Individuums führen kann, zieht Han Beispiele aus Literatur, Philosophie sowie aus den Sozial- und Naturwissenschaften heran, um den Preis der Aufgabe der gelegentlichen, wesentlichen geistigen Reflexion zugunsten der ständigen neuronalen Vernetzung aufzuzeigen.