Das Pariser Stil von innen
Chanel No 5, J’ adore von Dior, Angel von Thierry Mugler… die berühmtesten Düfte der Welt wurden von Pariser Modehäusern kreiert. Die Düfte wurden Teil des Lebensstils der französischen Elite, nachdem der Schwarze Tod die Angst vor Wasser verbreitete, das, wie man glaubte, Krankheiten übertrug, die jedoch durch angenehme Gerüche abgewehrt wurden. Die Aristokraten verwendeten so großzügige Mengen an Parfüm, dass sie den Versaille den Spitznamen „der duftende Hof“ gaben. Die meisten Düfte wurden im Süden Frankreichs, in Grasse, hergestellt, das heute als die Hauptstadt der Düfte bekannt ist. Bis zum 20. Jahrhundert wurden Düfte von spezialisierten Firmen hergestellt, wie Guerlain, das einst Hoflieferant des Kaisers war. Chanel war das erste Modehaus, das ein Parfüm mit dem Signature-Design der Designerin selbst kommerzialisierte. 1920 bat Chanel Ernest Beaux, den sogenannten Nez (Parfüm-„Nase“), ein „weibliches Parfüm, das nach einer Frau riecht“ zu kreieren. Es war ein echtes Designer-Parfüm, das den einzigartigen Geist der Marke widerspiegelte. Beaux kehrte mit fünf nummerierten Extrakten zurück. Coco wählte die Nummer fünf, die 80 Inhaltsstoffe enthielt, darunter auch die Aldehyd, eine synthetische Zutat.
Als man sie fragte, wie man es nennen solle, antwortete Chanel: „Ich bringe meine Kollektion am 5. Mai auf den Markt, dem fünften Monat des Jahres. Lassen wir die Nummer, sie wird Glück bringen.“ Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte jedes französische Modehaus seinen eigenen jus (Saft) auf den Markt – der Begriff wurde von Fachleuten für die Duftflüssigkeit verwendet. 1947 wurde die erste Kollektion von Christian Dior mit dem ikonischen Duft Miss Dior lanciert, der die Leidenschaft des Designers für Blumen widerspiegelte – „Ein Duft ist der letzte Schliff an einem Kleid“, erklärte der Modedesigner.