Der Kreis der Abhängigkeiten neigt dazu, sich hier zu schließen, wie es auch mit seinen wiederholten semantischen Anpassungen der Fall ist. So ist Ecce Homo, das folgt und die Reise des Skeptikers auf dem schmerzhaft missverstandenen Pfad vollendet, das eindrucksvollste Episoden einer erschöpfenden Ausdrucksform, die von Anfang an der gesamten bestehenden naturwissenschaftlichen Verankerung entgegengesetzt ist.
Es ist natürlich auch ein Experiment, um aus den priesterlichen Randbereichen des Themas zu entkommen, das nur egoistisch und selbstreferenziell durch das Lesen aufgefasst werden kann. Tatsächlich ist alles, was bis dahin die Art der Erfahrungen des Künstlers mit dem Ausgangspunkt der materiellen Feinheiten seiner Reize aus der Umgebung bestimmte, verloren gegangen. Und der Charakter eines solchen Verlusts, eines solchen willentlichen Verzichts auf die Formeln der Sympathie und das Aussaugen des bereits Vorhandenen durch das Auge, tritt zu Recht in die poétique des Protests ein, deren Rhythmus nicht mehr dem pulsierenden Rahmen der Natur und ihren reizvollen Variationen entspricht, sondern dem inneren Ich und dessen Kompetenz, von jeher und für immer als "Sein" im Sinne der Anforderungen reinen Gefühls zu bedeuten.
„Ecce Homo“ also, oder anders gesagt „der für uns gedemütigte wie der Mensch des Schmerzes“, soll das Motto und die Bedeutung der Aufführung des Selbst hinter den Bildern der langweiligen Uniformität der Zeiten und den ebenso flachen unveröffentlichten Informationen darstellen. „Ecce Homo“ im Sinne einer postmodernen Entschuldigung für etwas, das uns jetzt entgleitet und dessen exakte Bedeutung wir nur spärlich besitzen.
Denn mit diesem Bild hat der einst verlässlich vorhersehbare Corinth alle Normen des visuellen Verstehens gebrochen und in die Koordinaten des Bildes als Gewähr seiner Wahrheit das verschwommene Passion einer vollkommen psychischen Ausschüttung aufgenommen. Die einzige Erklärung für diese arrogant „komplizenhafte“ Pose – eine Pose, die dem Typus „Jesus im Prätorium“ ähnelt – stammt aus der Skizze, die der finalen Ausführung vorausging, wobei die von Paul Gerhard (1607-1670) entlehnten ersten Strophen des Passionsliedes sich zu Recht den Platz der Signatur erkämpfen: O Haupt voller Blut, Wunden, Schmerz und Spott, ich grüße dich!
Hersteller
- Autor
- Antonia Mertyri
- Verleger
- Ekdoseis Papazisi
- Untertitel
- Der Modernismus und seine Erscheinungsformen in der deutschen Kunst, Ideen und Kultur während des Zweiten Kaiserreichs
- Anzahl der Seiten
- 830
- Veröffentlichungsdatum
- 10/2024
- Veröffentlichungsdatum
- 2024
- Abmessungen
- 17x24 cm
- Sprache
- Griechisch
- Umschlag
- Weich
- ISBN-13
- 9789600243499
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