Alles wurde dunkel. Als ob ein schwarßer, trauernder Schleier es umhüllt hätte. Und dann, hier und da, Lichtblitze, etwas wie die Flecken
die man sieht, wenn man in die Sonne mit geschlossenen Augen schaut, die Augen zusammengekniffen, wie wir die Fäuste ballen, wenn wir Schmerzen haben oder
wenn wir sehr bewegt sind, um nicht zu weinen.
Natürlich beschreibt Mona alles andere als diese Ausdrücke. Ein zehnjähriges Kind äußert sich
viel einfacher, roher, ohne literarische Begriffe.
„Mama, alles ist dunkel geworden!“
Monas Stimme war schrill, ängstlich. Neben
Klagen hatte sie auch einen Hauch von Scham. Ihre Mutter kannte diesen Ton in der Stimme ihrer Tochter sehr gut. Mona verbarg
diese Gefühle niemals; sie ließ sie durchscheinen
in ihrer Art zu sprechen, in ihrer Haltung insgesamt,
wann immer sie etwas Unangenehmes sagen musste.
„Mama, alles ist dunkel geworden!“
Mona war blind, sie sah nichts.