In der westlichen Öffentlichkeit, in Europa und insbesondere in Amerika, ist das vorherrschende Narrativ über Afrika eindimensional: Es handelt sich um einen Kontinent, der pauschal mit extremer Armut, wirtschaftlicher Rückständigkeit, der Heimat von Krankheiten wie AIDS und Ebola, die die ganze Welt bedrohen, politischer Gewalt und Bürgerkriegen assoziiert wird. Das „schwarze“ Afrika ist der bequeme Gegensatz, der als diametraler Pol die Überlegenheit und Selbstgefälligkeit des Westens bestätigt. Dieses Narrativ, das teilweise ein Überbleibsel kolonialer Wahrnehmung ist, basiert hauptsächlich auf Ignoranz und unkritischer Reproduktion von Stereotypen durch die Medien weltweit.
Mit seiner einführenden Studie versucht der Professor für Afrikastudien Eustace Palmer, der aus Sierra Leone stammt, dieses eindimensionale Narrativ zu widerlegen, indem er ein großes „enzyklopädisches“ Panorama des im Wesentlichen unbekannten Kontinents zusammenstellt: Er untersucht die physische Geografie Afrikas, die komplexe Geschichte bis zum 21. Jahrhundert — mit besonderem Schwerpunkt auf der Phase der imperialistischen Expansion Europas, der Kolonialisierung und der Unabhängigkeit —, beschreibt die politischen und sozialen Systeme, analysiert die Wirtschaft, Umwelt- und Gesundheitsprobleme, Bildung, Religion, Kunst und Literatur. Seine zugängliche und verständliche Darstellung, ohne Idealisierungen und Schönfärbereien, hilft dem Leser, sich mit Vergangenheit und Gegenwart des afrikanischen Kontinents vertraut zu machen und zeigt eine vielschichtige und dynamische Welt, die im 21. Jahrhundert zunehmend ihre eigene, besondere Rolle in der multipolaren Welt beansprucht.