Das Mittel, das Ollivier Sylvain Welbec benutzt, um die beiden Ebenen (das realistische und das existentielle) zu vereinigen, um all dieses einzigartige scharfsinnige soziale Material in einen existenziellen Zustand zu schmelzen, ist paradoxerweise das „einfache moralische Gefühl“. Das Gefühl, stets moralisch für Welbec, und stets offenbarend seine Weltanschauung, ist, unnötig, verspottet und in der modernen rationalen liberalen Westwelt ausgegrenzt, die klebende Substanz seiner literarischen Anforderungen […]. Mit anderen Worten, es ist die vollkommen emotionale Natur seiner Werke, die in uns den Riss öffnet, um nicht nur unsere Mangelhaftigkeit, sondern unsere radikale Verzweiflung zu erkennen, wenn wir sie überdecken, indem wir uns als „Bedeutungen“ unsere Produkte des Kapitalismus schaffen – etwas, das insgesamt das existenzielle Feld im Welbec-Kosmos etabliert: Jeder Konsum, jede Fellatio, jedes Kunstwerk, jede neue oder alte Religion, jede erfolgreiche Klonung, all die „Bedeutungen“, die die Figuren Welbecks als Kinder des Westens bejahen, strömen dieses traurige Gefühl aus, mit dem der Autor sie durchdringt: das Bewusstsein ihres sicheren Scheiterns.
Dieses Buch beginnt mit „Einige Monate meines Lebens“ als rhetorische Rechtfertigung des berüchtigten Promi-Welbec, um in die moralisch-literarische Poesie des Autors Welbec überzugehen und daran zu erinnern, dass die wahre Rechtfertigung für einen großen Schriftsteller sein literarisches Werk selbst ist. Das erste der beiden Texte offenbart die moralische Poesie des atheistischen Welbec als eine christliche Moral ohne Gott, die das – in der modernen Zeit kaum mehr mögliche – Gefühl (der Liebe) preist als Mittel des Schriftstellers, die Essenz der Dinge zu enthüllen. Das zweite offenbart seine literarische Poesie als eine Verbindung der beiden einflussreichsten französischen Prosatraditionen, des Realismus und des Existenzialismus, wobei der realistische, existentielle Welbec uns zeigt, wie wir selbst unser existenzielles Leere durch die Produkte des Kapitalismus bauen, die wir als „Bedeutungen“ unseres Seins produzieren und konsumieren. Und es ist das traurige Gefühl, mit dem der Schriftsteller sie durchdringt, das uns die Bewusstheit ihres sicheren Scheiterns beschreibt: unser Bewusstsein.
Hersteller
- Autor
- Kostas Peroulis
- Verleger
- Vivliopoleion tis Estias
- Sprache
- Französisch
- Untertitel
- -
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 92
- Veröffentlichungsdatum
- 11/2025
- Veröffentlichungsdatum
- 2025
- Abmessungen
- 14x20.5 cm
- ISBN-13
- 9789600519754
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