Obwohl politische Gewalt im griechischen Zwischenkriegszeit eine zentrale Rolle spielte, wird sie selten als eine dynamische Begegnung zwischen staatlicher Repression, revolutionärer Gewalt und sozialer Energie der unterdrückten Klassen analysiert. Die Geschichte von Michalis Bezendantzios – eines jungen Kommunisten, der im August 1931 in Drehpachona den Polizisten Georgios Gyftodimopoulos tödlich erschoss, spektakulär aus dem Gefängnis Syntrou entkam und in die Sowjetunion floh – war kein einfacher „krimineller Fall“. Es sind Momentaufnahmen eines Niedrigintensiven Bürgerkriegs, der bereits im Herzen der Zweiten Griechischen Republik stattfand.
Risse im sozialen Gefüge der Zeit und Fragmente einer gemeinsamen europäischen Erfahrung des 20. Jahrhunderts. Der Fall nährte Verschwörungstheorien über sowjetische Subversion, löste eine griechische „rote Panik“ aus und entfachte die soziale Angst vor dem Kommunismus und allgemein vor den Arbeiterklassen. Er führte zu Massenverhaftungen, inszenierten Zeugenaussagen, Folterungen, politischen Verfolgungen – hinterließ aber auch etwas Widerstandsfähigeres: einen lebendigen Mythos, der durch mündliche Überlieferung, Lied und revolutionäre Mythologie überdauerte.
Der „Bezendantzios“ wurde zu einem Brecht-artigen, spöttischen und gemeinschaftlichen Revolutionslied kulturellen Widerstands und arbeiterschaftlicher Stolz im Angesicht des feindlichen Staates. Bezendantzios, umbenannt in Georgi Bendas, floh nach Moskau, heiratete, bekam eine Tochter – nur um einige Jahre später Opfer der stalinistischen Säuberungen zu werden.
Von Drehpachona bis in die dunklen Keller der NKVD zeichnet seine Reise eine der dramatischsten Überschneidungen der griechischen und sowjetischen Geschichte nach, indem sie gemeinsame Elemente des sowjetischen und griechischen gesellschaftlichen Panik untersucht. Das Buch „Als die Bourgeoisie sich fürchtete...“ liest den Fall Bezendantzios als eine Zusammenfassung eines Bürgerkriegs vor dem Bürgerkrieg; als Szene, in der die Große Geschichte mit dem Schicksal eines Menschen zusammentrifft und gesellschaftlicher Panik Gestalt, Gesicht und Namen annimmt.
Hersteller
Spezifikationen
- Autor
- Kostas Paloukis
- Verleger
- O Mov Skiouros
- Sprache
- Griechisch
- Untertitel
- -
- Umschlag
- Weich
- Anzahl der Seiten
- 462
- Veröffentlichungsdatum
- 12/2025
- Veröffentlichungsdatum
- 2025
- Abmessungen
- 17x24 cm
- ISBN-13
- 9786185476588
Zusätzliche Spezifikationen
- Klassische Dichter
- Nein
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